Werbung

Studieren mit Meerwert

Immer mehr junge Leute aus den westlichen Bundesländern lernen in Mecklenburg-Vorpommern

  • Joachim Mangler, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Lange Jahre hinkten die Universitäten und Hochschulen im Osten denen im Westen hinterher. Dies zeigte beispielsweise die Auswahl zu Exzellenzhochschulen. Doch inzwischen studieren junge Leute aus dem Westen verstärkt im Osten der Republik. Insbesondere Mecklenburg-Vorpommern vermeldet diesen Trend.

Stralsund. Die Zahl von Studenten aus den westlichen Bundesländern an den Fachhochschulen in Mecklenburg-Vorpommern steigt kontinuierlich an. Damit zeigen die Bundesinitiative »Studieren in FernOst« und das Programm der Landesmarketinginitiative »Studieren mit MEERwert« spürbare Erfolge, wie eine dpa-Umfrage unter den Fachhochschulen des Landes in Neubrandenburg, Wismar und Stralsund ergab.

So zeigte sich zu Beginn des Wintersemesters der Neubrandenburger Rektor Micha Teuscher zufrieden, auch wenn das »Zulassungsgeschäft« schwierig sei. »Wir werden mit 2100 Studierenden in das Semester starten, davon haben sich 593 neu eingeschrieben.« Gleichzeitig habe sich der Anteil von West-Studenten weiter erhöht: Nach 15,5 Prozent im Vorjahr liege er nun bei 18,1 Prozent.

Gut nachgefragte Studiengänge sind laut Teuscher Soziale Arbeit und die Gesundheits- und Pflegewissenschaften. »Stark eingeschlagen hat das neue berufsbegleitende Angebot Angewandte Betriebswirtschaftslehre.«

Stolz auf das Image seiner Hochschule und die intensive Werbung in anderen Bundesländern ist der Wismarer Rektor Norbert Grünwald. Nach vorläufigen Zahlen haben sich mit 1780 rund 20 Prozent mehr Studenten neu immatrikuliert als im Vorjahr. »Und mit nunmehr rund 60 Prozent hat auch die Zahl derer zugenommen, die aus den alten Bundesländern nach Wismar kommen.« In Wismar erfreut sich besonders der Studiengang Betriebswirtschaft hoher Beliebtheit. Aber auch das Bauingenieurwesen und der Maschinenbau können sich über ordentliche Steigerungsraten freuen.

In Stralsund mit mehr als 2450 Studierenden konnte bei den Erstsemestern aus den alten Bundesländern eine Steigerung um 185 Prozent verzeichnet werden. »Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, wie erfolgreich wir das Hochschulmarketing auf die alten Bundesländer ausdehnen konnten«, sagte Hochschulsprecher Rudi Wendorf. Von den 550 Erstsemestern kommen 68 aus Niedersachsen, 54 aus Schleswig-Holstein und 42 aus Nordrhein-Westfalen.

Im Fokus des Interesses lagen laut Wendorf die Betriebswirtschaftslehre und der Maschinenbau. Allerdings gibt es in der Hansestadt noch einen Wermutstropfen: Insgesamt liege die Zahl von Erstsemestern noch um 12 Prozent unter der des Vorjahres. Die Entwicklung unter allen Hochschulen und Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern belegt den Trend: Lag im Wintersemester 2008/09 der Anteil der Studenten mit einer Hochschul-Zugangsberechtigung-West noch bei 19,3 Prozent, wuchs er im Wintersemester 2012/13 auf 39,5 Prozent. Da das Wintersemester 2013/2014 an den Universitäten Rostock und Greifswald erst Mitte Oktober beginnt, gibt es noch keine Gesamtzahlen für Mecklenburg-Vorpommern.

Dennoch ist der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz und Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, jetzt schon zufrieden: »Zwei traditionsreiche Universitäten und vier Hochschulen bieten attraktive Studienrichtungen in allen Wissenschaftsgebieten, modernste Infrastruktur, Individualität statt Massenabfertigung und eine hohe Lebensqualität. Das spricht sich allmählich herum.«

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal