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Zentralrat der Juden besorgt über Antisemitismus

Deutschland kann Graumann zufolge noch mehr Erinnerungsarbeit gebrauchen: »Mir ist ritualisiertes Gedenken lieber als planvolles Vergessen«

Düsseldorf. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat anlässlich des Holocaust-Gedenktages vor einem möglichen neuen Antisemitismus gewarnt. »Sorgen macht mir vor allem, dass heutzutage das Wort ›Jude‹ auf deutschen Schulhöfen als Schimpfwort benutzt wird und es offenbar keinen groß zu kümmern scheint«, sagte Graumann der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post«.

Der Zentralratspräsident zeigte sich alarmiert, dass es wieder Plätze in Deutschland gebe, an denen man jüdischen Menschen rate, lieber nicht hinzugehen beziehungsweise sich dort nicht mit jüdischen Symbolen wie Kippa oder Davidsternkette als Jude erkennbar zu machen. Die jüdische Gemeinschaft werde sich zwar niemals einschüchtern lassen, es sei aber wichtig, dass niemand in Deutschland eine solche Situation akzeptiere, verlangte Graumann.

Deutschland kann Graumann zufolge noch mehr Erinnerungsarbeit gebrauchen. »Mir ist ritualisiertes Gedenken lieber als planvolles Vergessen«, betonte er. Bei Umfragen zeige sich häufig, dass gerade in der jüngeren Generation die Kenntnisse über die NS-Zeit erschreckend gering seien. Die Erinnerung wachzuhalten, sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft: »Wir alle stehen in der Pflicht.«

An diesem Montag wird in ganz Deutschland mit zahlreichen Veranstaltungen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Der seit 1996 gesetzlich verankerte Holocaust-Gedenktag erinnert an den 27. Januar 1945, als das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde. In NS-Konzentrationslagern wurden sechs Millionen Menschen ermordet. Ziel war die Vernichtung des europäischen Judentums. epd/nd

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