Wowereit weg: SPD legt wieder zu

Der Abwärtstrend für Berlins SPD und ihren Spitzenmann Wowereit scheint gestoppt. Möglich macht dies offenbar der bevorstehende Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters.

Mit dem angekündigten Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und der Kür seines Nachfolgers Michael Müller hat die Berliner SPD in der Wählergunst deutlich aufgeholt. Erstmals seit Monaten läge die Partei laut einer Umfrage wieder mit 27 Prozent vor der CDU mit 26 Prozent, wenn am nächsten Sonntag das Abgeordnetenhaus neu gewählt würde. Das ergab der am Mittwoch veröffentlichte jüngste Berlin-Trend der »Berliner Morgenpost« (Donnerstag) und der RBB-»Abendschau«. Danach legt die SPD um drei Punkte zu, während die Union zwei Punkte verliert.

Ebenso wird Wowereit in der Rückschau wesentlich positiver beurteilt als während der Zeit, als das Ende seiner Amtszeit noch nicht feststand. Jetzt zeigten sich 60 Prozent von 1001 befragten Berlinern zufrieden mit seiner Arbeit. Der 61-Jährige sei alles in allem in seinen mehr als 13 Amtsjahren ein guter Regierender Bürgermeister gewesen, heißt es. Im Mai sahen dies nur 26 Prozent so. Wowereit hat seinen Rücktritt zum 11. Dezember angekündigt. Sein designierter Nachfolger hat indes noch ein Bekanntheitsproblem: Knapp die Hälfte der Berliner (45 Prozent) kennt laut Umfrage Stadtentwicklungssenator Michael Müller nicht. Vier von zehn Berlinern geben Müller allerdings Vorschusslorbeeren. Nach ihrer Ansicht wird der 49-Jährige ein guter Regierender Bürgermeister werden.

Die wichtigsten Themen für den neuen Regierungschef, der am 11. Dezember im Abgeordnetenhaus gewählt werden soll, sind der Umfrage zufolge preiswerter Wohnraum, der Hauptstadtflughafen sowie die Aufnahme von Flüchtlingen. Die Grünen kämen bei einer Wahl des Landesparlaments am nächsten Sonntag auf 17 Prozent. Die LINKE büßt zwei Punkte ein und erzielt 16 Prozent. Den Piraten droht ein ähnliches Schicksal wie der FDP, die 2011 aus dem Abgeordnetenhaus flog: Sie erreichen nur noch zwei Prozent. Dagegen könnte sich die eurokritische Partei Alternative für Deutschland mit sieben Prozent über den Einzug ins Berliner Landesparlament freuen. dpa/nd

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