Werbung

Minenbrand, Drogenhandel, Hackerangriffe

Trotz vieler Skandale ist das Bitcoin-System relativ sicher

  • Hanno Böck
  • Lesedauer: 2 Min.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass bei einem Brand in einem Lagerhaus nahe der thailändischen Hauptstadt Bangkok auch eine Bitcoin-Mine in Flammen aufging, wobei Hardware im Wert von mehreren Millionen Dollar zerstört wurde. Die genauen Ursachen sind unklar, die Betreiber behaupten in einem Forum der Bitcoin-Community, dass die Installation technisch einwandfrei war.

Der Vorfall verweist auf das Verfahren, mit dem bei der Internetwährung neues Geld erzeugt wird: Teilnehmer des Systems führen mathematische Berechnungen durch, und wer als erstes eine bestimmte Berechnung löst, erhält frische Bitcoins. Um dieses »Mining« hat sich ein florierender Markt entwickelt. Wurden die Berechnungen anfangs noch mit einfachen PCs durchgeführt, kommen längst Spezialgeräte zum Einsatz, die ausschließlich darauf ausgelegt sind, die Berechnungen für neue Bitcoins durchzuführen.

In dieser Woche haben deutsche Ermittler vier illegale Online-Shops für Drogen geschlossen. Die Operationen waren Teil der weltweiten Aktion gegen die illegale Handelsplattform »Silk Road 2.0«. Die Handelsplätze, an denen nur in Bitcoins bezahlt werden durfte, wurden über das Anonymisierungsnetzwerk Tor betrieben. Gemutmaßt wird, dass die Strafverfolgungsbehörden die Betreiber durch Bitcoins überführen konnten. Denn die Internet-Währung ist keineswegs ganz anonym. Zwar muss man keine persönlichen Daten angeben, wenn man sich am Bitcoin-Netzwerk beteiligt, aber alle Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Wer Gewinne aus dem Drogenhandel anschließend an anderer Stelle unter seinem Namen nutzt, kann enttarnt werden - etwa beim Versuch, Bitcoins in Dollars umzutauschen.

Weder der Brand in der »Mine« noch die Nachricht über die Stilllegung der Drogenhandelsplätze haben der Internet-Währung geschadet. Sie sind kein Hinweis auf grundsätzliche Schwächen des Bitcoin-Systems - der Wert legte zuletzt sogar deutlich zu. Bei »Silk Road« dauerte es nur wenige Tage, bis neue Angebote entstanden, die um die ehemaligen Kunden werben.

Hinter Bitcoin steht keine zen-trale Organisation - die Transaktionen von Geld werden mittels dezentraler mathematischer Verfahren gewährleistet. Das Bitcoin-System selbst ist dabei technisch relativ sicher. Das größte Risiko für Bitcoin-Inhaber besteht, wenn sie ihr Geld nicht selbst verwalten, sondern durch einen der zahlreichen Bitcoin-Dienstleister verwalten lassen. Im Februar musste die größte Handelsplattform, die japanische Mt. Gox, nach Diebstählen durch Hacker Konkurs anmelden. Zahlreiche Anleger sollen dabei Bitcoins im Wert von einer halben Milliarde Dollar verloren haben.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal