WTO-Staaten streichen Zölle für IT-Waren

Bitkom erwartet sinkende Preise auch in Deutschland

  • Lesedauer: 2 Min.

Genf. Nach jahrelangem Tauziehen ist in Genf ein Durchbruch im Welthandel gelungen: 54 Staaten einigten sich darauf, künftig die Zölle für mehr als 200 High-Tech-Produkte wegfallen zu lassen. »Die heutige Übereinkunft ist ein Meilenstein«, sagte der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, am Freitag in Genf. Zuvor hatte es danach ausgehen, dass die Entscheidung noch am Widerstand einzelner Länder scheitern könnte. Ab Abend vermeldete die WTO dann Vollzug.

Damit könnten ab Mitte 2016 die Kosten für Ex- und Importe im Geschäft mit IT-Produkten erheblich sinken. Der Handel mit diesen Waren habe ein Gesamtvolumen von 1,3 Billionen Dollar, erklärte Azevêdo. Das entspreche sieben Prozent des gesamten Welthandels. Der Deal werde weltweit zu Preissenkungen für IT-Produkte führen und zugleich die Schaffung von mehr Jobs in dem Industriezweig fördern. Das Spektrum der künftig zollfrei handelbaren High-Tech-Erzeugnisse reicht von Speicherchips über Smartphones und Navigationssysteme bis hin zu medizinischen Apparaten. Offiziell soll die in bereits 2002 begonnenen Verhandlungen erreichte Vereinbarung im Dezember bei der Welthandelskonferenz in Nairobi besiegelt werden.

Der IT-Branchenverband Bitkom rechnet auch mit Preissenkungen für deutsche Verbraucher. Experten schätzen, dass die jährlichen Kosten im weltweiten IT-Handel um einige hundert Millionen Euro sinken könnten. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die EU-Kommission lobten die Einigung als großen Impuls für die Wirtschaft. dpa/nd

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal