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Fehlprognose oder doch Manipulation?

Stimmen zum Wahlausgang

»Nach der absoluten Mehrheit für Erdogans AKP bei der Wahl am Sonntag bin ich ›weg‹. Offenbar liebt das türkische Volk seinen ›Henker‹.«

Yilmaz Odabasi, kurdischer Dichter, der die Türkei aus Protest verlassen und in der Schweiz bleiben will, wo er sich derzeit befindet

»Wir müssen deutlich in Frage stellen, ob die EU und ihre Mitgliedstaaten die Lösung der Flüchtlingssituation tatsächlich auf den repressiven Machthaber am Bosporus aufbauen wollen ... Wenn sie zur Wahl und zu deren Umständen weiter schweigen oder nur Glückwünsche schicken, machen sie sich zu Komplizen eines neuen autoritären Herrschers in ihrer Nachbarschaft.«

Martina Michels (LINKE), Mitglied des Europäischen Parlaments

»Ein rabenschwarzer Tag für die Türkei. Erdogans Strategie der Polarisierung ist aufgegangen.«

Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

»Man wird genau hingucken müssen, inwieweit das in seinen Dimensionen doch überraschende Ergebnis einfach das Ergebnis einer Fehlprognose aller dortigen Demoskopen gewesen ist oder möglicherweise auch das Ergebnis von Manipulationen.«

Reinhard Bütikofer, Chef der Grünen im Europaparlament

»Ein klares Signal der Wähler für ›Stabilität und für Frieden‹. Beides wird am ehesten der AKP zugetraut. Anhaltspunkte für Wahlmanipulationen, wie sie in den Reihen der Grünen vermutet werden, liegen mir nicht vor.«

Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt,

»Das klare Wahlergebnis könnte für die EU von Vorteil sein. Jetzt gibt es die Voraussetzungen dafür, auf einer stabilen Grundlage Gespräche über die Flüchtlingskrise und den Syrien-Konflikt zu führen.«

Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament

»Das ist ein verheerendes Signal für die Menschen in der Türkei und in der Region. Die Wahlmanipulationen waren erfolgreich. Die Strategie der Spannung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die das Ziel hatte, die absolute Mehrheit der AKP wiederherzustellen, ist aufgegangen.«

Sevim Dagdelen, MdB für die LINKE und stellvertretende Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe

»Deutschland hofft darauf, dass die neue türkische Regierung die verschiedenen Herausforderungen nun «im Geist der nationalen Einheit und der Kompromissbereitschaft» angehen wird.«

Steffen Seibert, Regierungssprecher

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