Denkmalschützer ziehen ins Denkmal

In eines der wenigen erhaltenen barocken Bürgerhäuser Berlins zieht wieder Leben ein. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Sanierung des barocken Nicolaihauses in der Brüderstraße in Mitte beendet. Den größten Teil des Gebäudes bezieht die Stiftung selbst, einige Flächen werden auch vermietet. Im Innenhof mit dem Walnussbaum sollen im Sommer Veranstaltungen stattfinden. Am Sonntag wurde das Gebäude bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt.

»Wir wollen dieses Haus wieder zu einem Ort des kulturellen Austausches und der Begegnung machen und damit auch an seine Geschichte anschließen«, sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Wolfgang Illert. In seinen ältesten Teilen bis ins 17. Jahrhundert zurückgehend, war das Nicolaihaus im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Ort des intellektuellen Lebens der Stadt. Das galt vor allem für die Zeit nach 1787, als der Schriftstellers und Verlegers Friedrich Nicolai es erwarb und zu seinem Wohnsitz machte. Er ließ das Haus durch Carl Friedrich Zelter umbauen. Im Erdgeschoss wurden Räume für die Nicolaische Verlagsbuchhandlung geschaffen.

Die Gesprächsrunden und literarischen Vorträge gelten als Vorläufer der Berliner Salons des 19. Jahrhunderts. Zu den Gästen gehörte von Schinkel über Schadow, Körner und Hufeland alles, was im damaligen Berlin Rang und Namen hatte.

Später wurde das Haus als Lessing-Museum genutzt, zu DDR-Zeiten war es Sitz des Instituts der Denkmalspflege, nach der Wende des Brandenburgischen Landesdenkmalamtes. Das Berliner Stadtmuseum nutzte es für Ausstellungen. Nach langem Leerstand erwarb 2011 die Denkmalsstiftung das Gebäude vom Berliner Liegenschaftsfonds und steckte vier Millionen Euro in die Sanierung. nd

Foto: nd/Ulli Winkler

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