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512 000 mal Briefwahl beantragt

  • Von Shahnoz Bakhtiyorova und Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei der Briefwahlbeteiligung zeichnet sich ein neuer Rekord ab. Mit Stand Mittwochmorgen haben bereits mehr als 512 000 Berliner einen Antrag gestellt, um bis zum Wahltag die Stimme per Brief abzugeben. Das waren 80 000 Berliner mehr als zum selben Zeitpunkt bei der letzten Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2011. Insgesamt entspricht die Briefwahlbeteiligung bereits 18,5 Prozent der rund 2,48 Millionen Wahlberechtigten, sagte die Landeswahlleiterin Petra Michaelis-Merzbach am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Abgeordnetenhaus.

Die Landeswahlleiterin begrüßte zwar die sich abzeichnende hohe Wahlbeteiligung, die sich im großen Interesse an der Briefwahl spiegelt. Sie habe aber »gemischte Gefühle«, weil anders als in der Wahlkabine nicht klar sei, wer zu Hause am Küchentisch wirklich das Kreuz auf dem Wahlschein mache. Außerdem beinhalte die Briefwahl höhere Fehlerquoten.

Dass die Wahl zum Abgeordnetenhaus und den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen wegen Problemen beeinträchtigt werden könnte, wie es noch vor wenigen Monaten den Anschein hatte, glaubt die Landeswahlleiterin indes nicht mehr. »Für den 18. September sind die Wahlorgane gut gewappnet«, sagte Michaelis-Merzbach am Mittwoch. Auch die neue Software für die Wahl, die zu Beginn Fehler machte, funktioniert inzwischen gut. Ebenfalls unproblematisch seien in den vergangenen Wochen die Um- und Anmeldungen bei den Bürgerämtern für Wahlberechtigte verlaufen, deren Anliegen trotz der hohen Belastung gestemmt werden konnte.

Die Wahlberechtigten können am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme in ihren Wahllokalen abgeben. Insgesamt gibt es 1779 Wahllokale, die über die Stadt verteilt sind, immerhin zwei Drittel verfügen über einen barrierefreien Zugang. Rund 20 000 freiwillige Wahlhelfer sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Die Auszählung der Stimmen ab 18 Uhr am Sonntag ist öffentlich. Interessierte können vor Ort die Stimmauszählung in Augenschein nehmen, soweit es der Platz in den Wahllokalen erlaubt.

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus werden mindestens 130 Abgeordnete gewählt, 78 über die Direktwahlkreise. Außerdem werden die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen mit ihren je 55 Abgeordneten gewählt.

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