Synode distanziert sich von judenfeindlichen Äußerungen Luthers
Erfurt. Das Kirchenparlament der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland (EKM) hat sich von judenfeindlichen Äußerungen des Reformators Martin Luther distanziert. Zum Abschluss des viertägigen Treffens in Erfurt verabschiedeten die Synodalen am Samstag nach EKM-Angaben eine Stellungnahme zu Luthers Antisemitismus. Es geht auch um eine Mitschuld von Protestanten an der Ausgrenzung und Vernichtung jüdischen Lebens. In dem Papier heißt es: »Wir bekennen Schuld und Versagen in unseren Kirchen und im deutschen Protestantismus, wo theologisch motivierte Judenfeindschaft bis in die jüngste Zeit weitergetragen und tradiert wurde, als sei sie Teil des Evangeliums.« Erst vor wenigen Tagen hatte auch die Evangelische Kirche in Deutschland Luthers antijüdische Haltung verurteilt. Die 80-köpfige Landessynode der mitteldeutschen Kirche besteht aus gewählten und berufenen Mitgliedern. Dazu kommen Persönlichkeiten von Amts wegen. Der mitteldeutschen Kirche gehörten mit Stand Ende 2015 etwa 747 000 evangelische Christen an; rund 460 000 davon in Thüringen und 245 000 in Sachsen Anhalt. Den Rest der Mitglieder stellten Gemeinden in Randgebieten von Brandenburg und Sachsen. dpa/nd
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