Bildung unter Denkmalschutz

Ellen Wesemüller fordert mehr Weitsicht für schöneres Lernen

Es wäre fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Da sparte Berlin »bis es quietscht« (Wowereit), Schulen wurden nicht saniert, Gebäude und Flächen verkauft. Ein paar Jahre später sind die Schulen zugrunde gerichtet, zu allererst im bildungsbürgerlichen Steglitz-Zehlendorf. Auf einmal, so scheint es, muss viel Geld her, eine Landesgesellschaft muss gegründet werden, um wieder Kredite aufzunehmen.

Während eifrig gespart wurde, zogen viele Menschen nach Berlin: um hier zu leben, zu studieren, zu arbeiten. Gebaut wurde wie wild, vornehmlich fürs bildungsbürgerliche Portemonnaie. Ein paar Jahre später bekamen die Menschen überraschenderweise Kinder, die sie irgendwo parken müssen, während sie sich selbst und Berlin Geld beschaffen.

Diese beiden Grunderkenntnisse haben nun auch den rot-rot-grünen Senat ereilt und er hat (bisher imaginäres) Geld in die Hand genommen. Der geplante Schulneubau wird zwar erst Kindern zugute kommen, die noch gut drei Jahre auf einer Wolke sitzen, bevor sie geboren werden - aber er kommt.

Schlau wäre allerdings gewesen, wenn man Bildung nicht als lästiges Anhängsel wirtschaftlicher oder demografischer Entwicklung angesehen und sie von vornherein massiv mit Geld ausgestattet hätte. So aber sollte man nicht nur die alt-ehrwürdigen Schulgebäude in Steglitz-Zehlendorf zum Denkmal erklären, sondern die Bildung gleich mit.

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