Plant die EU-Kommission eine Quote für Elektroautos?

Brüssel denkt offenbar über Maßnahmenpaket zur Senkung des Abgasausstoßes auf der Straße nach

  • Lesedauer: 2 Min.

Brüssel. Die EU-Kommission prüft einem Medienbericht zufolge eine verbindliche Quote für Elektroautos. Die Brüsseler Behörde erwäge, den Autoherstellern ab 2025 den Anteil emissionsarmer Fahrzeuge wie Elektroautos vorzuschreiben, berichtet das »Handelsblatt« (Montag) unter Berufung auf Angaben aus EU-Kreisen. Eine konkrete Mindestabsatzquote könnte neben schärferen Grenzwerten für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) Teil eines Maßnahmenpakets zur klimaschonenden Mobilität werden, das die Kommission bis zum Jahresende vorlegen will, hieß es. Die Höhe der E-Quote sei noch offen. In China soll eine solche Quote bald eingeführt werden.

Die EU-Kommission wollte dem Blatt zufolge den Bericht zunächst nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte demnach lediglich, man prüfe verschiedene Optionen. Die deutschen Autokonzerne sehen die Pläne mit Sorge: »Wir halten derartige Verkaufsquoten grundsätzlich für den falschen Weg«, wurde der deutsche Branchenverband VDA zitiert. Der Absatz von Elektroautos hänge von Faktoren ab, die die Konzerne nicht allein beeinflussen könnten.

In China gibt es seit geraumer Zeit Pläne, den Autobauern einen gewissen Anteil emissionsarmer Fahrzeuge vorzuschreiben, im Herbst soll ein Quotensystem beschlossen werden. Dabei handelt es sich um ein Punktesystem: Je weniger Emissionen ein neu zugelassenes Fahrzeug ausstößt, desto mehr Punkte erhält der Hersteller dafür. Kann er die Vorgaben der Quote nicht erfüllen, so muss er den Plänen zufolge von anderen Autobauern Punkte nachkaufen. Agenturen/nd

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