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Neue Recherchen zum BER: Eröffnung erst 2019?

Flughafenchef will Termin für den Airport noch in diesem Jahr benennen / Zusätzliche Verzögerungen befürchtet

Die Hiobsbotschaften für die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg reißen nicht ab. Erst meldete die als Hauptkunde am neuen BER in Schönefeld geplante Fluglinie Air Berlin vor kurzem Insolvenz an. Dann zeigten Recherchen des »Tagesspiegels« aus dieser Woche auf, dass der bislang bewilligte Finanzrahmen für den Flughafen möglicherweise nicht ausreichen könnte, weil es weitere Verzögerungen auf der Baustelle gibt. So soll etwa ein interner neuer Entwurf des Rahmenterminplans, über den der »Tagesspiegel« berichtet, angeblich von einer angestrebten BER-Eröffnung im Herbst 2019 ausgehen. Auch das Magazin der »Spiegel« widmete sich der Flughafenbaustelle jüngst in einer umfangreichen Recherche.

Ursächlich für die neuen Verzögerungen soll sein, dass sich die Bauarbeiten an der Sprinkleranlage hinziehen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte sich vor kurzem im Interview mit dem »neuen deutschland« dahingehend geäußert, dass er optimistisch sei, die Probleme gemeinsam mit dem Unternehmen Caverion, das für die BER-Sprinkleranlage zuständig ist, lösen zu können. »Dazu werden komplexe 3-D-Modelle erarbeitet, die jedes Stück Rohr, jeden Durchmesser und jeden Knick beinhalten. Wenn nötig, müssen wir nacharbeiten«, sagte Lütke Daldrup.

Nach eigenen Angaben aus dem Caverion-Geschäftsbericht plagen den wichtigen Partner auf der Flughafenbaustelle aber »weitreichende Probleme«, weshalb Schlüsselpositionen in dem Unternehmen neu zu besetzen waren - auch in Deutschland. In einem anderen Fall hatte die Insolvenz des Gebäudeausrüster Imtech die Bauarbeiten stark negativ beeinträchtigt.

Über die Problemlage bei der Sprinkleranlage - die im Gegensatz zur komplexen Brandschutzgesamtanlage eigentlich einfach zu bewerkstelligen sein müssten - hatte vor kurzem auch die »Bild am Sonntag« berichtet. Danach bezog die Flughafengesellschaft mit einer eigenen Pressemitteilung Stellung: So sei die Behauptung der Berichterstattung, es gebe am Flughafen Berlin Brandenburg derzeit so gut wie keine Bauarbeiten falsch. Aktuell seien über 400 Bauarbeiter und Techniker vor Ort eingesetzt sind, die die notwendigen Rest- und Mängelarbeiten sowie Inbetriebsetzungen durchführen, erklärte die Flughafengesellschaft. Die Behauptung der »Bild am Sonntag«, mit einer baulichen Fertigstellung sei erst im Herbst 2018 zu rechnen, wies die Flughafengesellschaft ebenfalls zurück.

Interessant ist, dass ein ähnliches Dementi nach der Berichterstattung des »Tagesspiegels« und einen Eröffnungstermin im Herbst 2019 zunächst ausblieb. Bislang bleibt es bei der Sprachregelung, dass Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup noch in diesem Jahr dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft einen neuen Eröffnungstermin nennen will.

Bis dahin kann über die Probleme auf der Baustelle nur weiter spekuliert werden. Für Außenstehende bleibt das BER-Desaster eine große Blackbox: Denn vor Ort wirkt das Terminal nämlich so, als wenn es morgen in Betrieb gehen könnte. Doch wie die jahrelangen Verzögerungen klar aufzeigen, täuschen solche Eindrücke. Daran ändert auch die inzwischen deutlich transparentere Politik der Flughafengesellschaft nur wenig.

Denn was sagt es schon aus, wenn der Flughafenchef über die Zeitabläufe dem »nd« sagt: »Wir haben die Strukturen im Flughafen stärker auf die Anlagenlogik umgestellt, weil wir im Wesentlichen nicht mehr in der Bauphase, sondern vor allem in der Inbetriebnahmephase sind.« Das klingt nach baldiger Eröffnung, fakt ist aber: Die komplexe Entrauchungsanlage des Fluggastterminals mit ihren vielen Sicherheitstüren und elektronischen Steuerungen wurde zwar inzwischen in Teilen getestet. Ob die Gesamtanlage, deren nicht funktionieren im Jahr 2012 zur Absage führte, aber wirklich in Gänze reibungslos läuft, müssen erst weitere Versuche zeigen.

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