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Marginale Krypto-Welt
Kurt Stenger über die offiziellen Reaktionen auf den Bitcoin-Boom
Der Ton wird rauer: In immer mehr Ländern üben Vertreter von Behörden oder quasi-staatlichen Institutionen scharfe Kritik an der Krypto-Währung Bitcoin, die wieder durch Kursturbulenzen für Schlagzeilen sorgt. Diese sei kein normales Zahlungsmittel, sondern ein »reines Spekulationsobjekt«, schimpfte jetzt Japans Zentralbankchef Haruhiko Kuroda und ist sich da einig mit den Kollegen der Bundesbank. In China gibt es auch schon Handelsverbote.
Das ist wenig verwunderlich. Das Bitcoin-System ist so ausgestaltet, dass es sich der Kontrolle von Behörden wie auch den geldpolitischen Interventionen der Notenbanken entzieht. Das lockte zunächst libertäre Netzaktivisten an, aber eben auch Leute, die hiermit kriminelle Geschäfte abwickeln. Der gewaltige Kursaufstieg ruft aber zunehmend Leute auf den Plan, die mithilfe des digitalen Schneeballsystems ihre Dollar-, Euro- oder Yuan-Privatvermögen rasch vergrößern wollen. Sie sind also dem herkömmlichen Geld verbunden, weshalb die Währungshüter zunehmend nervös werden.
Allerdings würde man sich wünschen, dass die Reaktionen bei vergleichbaren Vorgängen auf den formellen Finanzmärkten ähnlich scharf wären. Im Derivatebereich gibt es ähnliche Vorgänge, die bei den Regulierern maximal für Stirnrunzeln sorgen. Dabei werden hier ganz andere Summen bewegt und gehebelt als in der marginalen Krypto-Welt.
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