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Wo Merkel »zionistische Agentin« ist

»Metapedia« schmäht Politiker im Internet - Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier will internationales Engagement gegen rechtsextreme Web-Präsenz

  • Hagen Jung
  • Lesedauer: 3 Min.

Auf den ersten Blick könnte man die Internet-Enzyklopädie »Metapedia« mit dem populären Web-Lexikon Wikipedia verwechseln, so sehr ähneln sich Layout und Schrift. Doch während bei »Wiki« beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nebst ihrer Vita sachlich als Regierungschefin dargestellt wird, nennt sie »Meta« ein »deutschfeindliches Mitglied der BRD-Blockpartei SPD«, und: Schwerpunktmäßig widme sie sich nicht etwa »dem Schutz der deutschen Familie«, sondern »der Homosexualisierung der Gesellschaft« und der »Umvolkungspolitik«.

Sätze, die »Metapedia« als das entlarven, was es von A bis Z ist: ein durch und durch rechtsextremes Medium. Gegründet worden war es 2006 in Schweden in der rechten Szene, 2007 erschien erstmals die deutschsprachige Präsenz, 2009 setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien das Machwerk auf den Index. Seitdem darf in Deutschland nicht für die »Meta«-Seiten geworben werden, das Verlinken der Internet-Adresse ist strafbar, und Suchmaschinen wie Google oder Bing geben keinen Hinweis darauf, wie das rechte Lexikon zu finden ist. Dennoch: Wer es sucht, der kommt mit wenigen Klicks zu dem Schund, gegen den Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vorgehen möchte.

Doch das wird schwierig. Einfach abschalten lässt sich »Metapedia« nicht, weil sich der Provider in den USA befindet. Darum hat Caffier jetzt zu internationalem Agieren gegen rechtsextreme Internetseiten aufgerufen. Er selbst wird von den »Meta«-Machern als Minister geschmäht, der »durch repressives Vorgehen gegen die NPD« aufgefallen sei und deshalb im Volksmund als »Provinz-Mielke« oder »Arme-Leute-Himmler« bezeichnet werde. Das »Engagement der NPD für sozial Benachteiligte« habe der Ressortchef als »verlogene Kümmerer-Kompetenz« abgewertet, räsonieren die »Metapedia«-Schreiber, die an kaum einer politischen Persönlichkeit ein gutes Haar lassen.

Auch nicht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie sei eine »zionistische Agentin in Regierungsrang« mit der Aufgabe, »in der BRD die globalistische Konzern-Diktatur durchzusetzen«, hetzt »Metapedia«. Neben Politikern stellt jenes Internet-Pamphlet auch Künstler, Sozialarbeiter und weitere Menschen, die sich gegen Rechts engagieren oder für Flüchtlinge einsetzen, als »linksextrem« an den Pranger.

Wie es sich für ein Nazi-Nachschlagewerk gehört, leugnet es die Verbrechen des NS-Regimes an der jüdischen Bevölkerung, den Holocaust. Wenn in diesem Zusammenhang die Zahl von über sechs Millionen ermordeten Menschen ins Feld geführt werde, so geschieht das nach Ansicht der »Meta«-Leute, um »den Kampf gegen Rechts anzuheizen oder finanzielle und moralische Unterstützung des Judenstaates oder der Judenheit im Allgemeinen zu erheischen«.

Im Konzentrationslager Auschwitz war es nach Darstellung von »Meta« gar nicht so übel. So habe Lagerkommandant Höß darauf geachtet, dass die Häftlinge neben der Arbeit genügend Zeit für Mittagspause und Erholung bekamen und auch für Freizeit und Sport. Möglichkeiten zu Leichtathletik seien ihnen geboten worden und zum Fußball. Ein Inhaftierter, so »Meta«, habe den schönen grünen Rasen gelobt, das Spielfeld sei »einladend, frisch und makellos« gewesen.

Sogar eine Jazzkapelle aus Häftlingen habe es gegeben, die »Ghetto-Swingers«. Und zum Einkaufen »von Marmelade und Zigaretten« und auch fürs Bordell seien die Inhaftierten ihrer Arbeit entsprechend mit »Lagergeld« entlohnt worden. Das Giftgas Zyklon B, mit dem die Nazis unzählige Menschen umbrachten, sei in den Lagern nur im Rahmen von Desinfektionen verwendet worden, um Gegenstände, beispielsweise Kleidung zu »durchgasen«, lügt »Metapedia«.

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