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Grusel-Ausstellung feiert Jubiläum

Das Medizinhistorische Museum der Charité wird 20 Jahre alt / 30 Prozent mehr Besucher 2017

Das Medizinhistorische Museum der Charité wird 20 Jahre alt. Besucher haben deshalb am kommenden Wochenende freien Eintritt in das Haus auf dem traditionsreichen Gelände der Universitätsklinik in Mitte. Das teilte das Museum vorab mit. Es hat demnach ein erfolgreiches Jahr 2017 mit mehr als 100 000 Besuchern hinter sich - ein Zuwachs um 30 Prozent, wie Museumsdirektor Thomas Schnalke erklärte. Besonders groß sei der Andrang während der Ausstrahlung der historischen Serie »Charité« im Frühjahr 2017 gewesen. »Menschen kamen zu uns und wollten wissen, wie es wirklich war.«

Daneben habe auch eine kürzlich zu Ende gegangene Sonderausstellung über die populären Themen Rechtsmedizin und Kriminalistik (»Hieb § Stich. Dem Verbrechen auf der Spur«) viele Menschen angezogen, so Schnalke. Insgesamt kamen seit der Eröffnung am 25. März 1998 mehr als 1,3 Millionen Besucher. Überwiegend kommen nach Museumsangaben interessierte Laien - daneben aber auch Schulklassen, die sich über das Berufsfeld Medizin informieren.

Bekannt ist das Museum unter anderem für die rund 650 Teile umfassende Präparate-Sammlung mit menschlichen Organen und Körperstrukturen, die auf den Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902) zurückgeht. Er hatte mit seinem »Pathologischen Museum« 1899 gewissermaßen den Grundstock für das heutige Museum mit erweitertem medizinischen Blickwinkel gelegt.

Insgesamt zeugen in der Ausstellung Hunderte Objekte - vom Aderlassmesser bis zum Gebärstuhl - von der Entwicklung der modernen Medizin. Besucher können Einblicke in die Arbeit von Berliner Nobelpreisträgern wie Robert Koch, Emil Behring und Paul Ehrlich gewinnen. Exemplarisch werden zudem Schicksale von Patienten aus der mehr als 300-jährigen Geschichte der Charité vorgestellt - sie war 1710 zunächst als Pesthaus vor den Toren Berlins gegründet worden. Aktuell läuft im Museum keine Sonderausstellung, doch vom 20. April an ist eine Schau zum Thema Scheintod angekündigt. dpa

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