Werbung

Demonstration für inhaftierte Flüchtlingsretter

In sechs europäischen Städten wurde die Freilassung von drei Menschenrechtsaktivisten gefordert

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit einer Demonstration in Berlin haben am Samstag Flüchtlingsaktivisten auf das Schicksal der in Berlin lebenden Syrerin Sarah Mardini, sowie der beiden Flüchtlingshelfer Seán Binder und Athanasios Karakitsos aufmerksam gemacht. Die Organisatorin des Protestes, Nadja López, zeigte sich nach Ende des Demonstrationszuges zufrieden. 400 Menschen waren ihrem Aufruf gefolgt. «Der Protest ist mir eine Herzensangelegenheit, sagte López dem »nd«. Sie kennt zwei der Inhaftierten persönlich.

Seit fast zwei Monaten sitzen die Menschenrechtsaktivisten in einem Athener Gefängnis in Haft. Sie hatten zuvor mehrere Monate auf der griechischen Insel Lesbos Flüchtlinge betreut. Auch López habe, wie die drei im August in Griechenland Verhafteten, in Lesbos in der Flüchtlingshilfe gearbeitet, erzählt sie »nd«. Den Aktivisten wird vorgeworfen, die illegale Einreise von Personen nach Griechenland unterstützt zu haben.
Mardini, eine der drei Inhaftierten, ist durch die Geschichte ihrer eigenen Flucht bekannt geworden. Auf der Flucht aus Syrien setzte der Motor des Schlauchbootes in der Ägäis aus. Gemeinsam mit ihrer Schwester zog Mardini das Boot mit 18 Menschen mehrere Kilometer an die griechische Küste.

Auf der Demonstration wandte sich die inhaftierte Mardini via Telefonschalte an ihre Unterstützer. Erstaunlich optimistisch klang sie aus dem Athener Gefängnis, bedankte sich bei den Teilnehmern für ihr Kommen und betonte, dass es nicht allein um ihre Freilassung ginge, sondern darum, sich gegen die Kriminalisierung der humanitären Flüchtlingshilfe insgesamt zu wehren.

LINKEN-Landeschefin Katina Schubert besuchte Mardini erst im September in der Haft in Griechenland. Auf der Demonstration forderte sie ebenfalls, die Flüchtlingshilfe zu entkriminalisieren.

Auch in fünf anderen europäischen Städten fanden Demonstrationen für die Inhaftierten statt, unter anderem in Dublin und Barclona.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung