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Leise rieselt das Plastik

Selbst der Schnee ist nicht mehr vor Kunststoff sicher

  • Ulrike Henning
  • Lesedauer: 2 Min.

Am Mittwoch gab es Neuschnee auf der Zugspitze. Das Wetter-Ereignis fiel auf den gleichen Tag wie die Veröffentlichung neuer Forschungsergebnisse zur Verbreitung von Mikroplastik. Die Partikel von einer Größe bis maximal fünf Millimeter, eher aber deutlich kleiner, wurden in Schneeproben in der nördlichen Hemisphäre nachgewiesen, nicht nur in dichter besiedelten Teilen Deutschlands, sondern auch in der Arktis.

Die Plastikteilchen aus menschlicher Produktion sind offenbar umtriebiger als die Schöpfer selbst, sie breiten sich auch in unwirtlichen Gegenden in erstaunlicher Dichte aus. Die menschliche Umgestaltung der Erde zeigt sich in Form der unsichtbaren Teilchen besonders deutlich: Die sind nicht wasserlöslich, schwer abbaubar und können sich in Organismen anreichern. Ein vollständiger chemischer Abbau kann einige Hundert Jahre dauern. Zudem gelangt ein Drittel der produzierten Plastikmenge, so jedenfalls der WWF, unkontrolliert in die Umwelt.

Da die Auswirkungen auf den Menschen noch nicht absehbar sind, können erst einmal die auf Fische herangezogen werden. Diese nehmen Plastikpartikel mit Plankton auf, sie verletzen ihre Schleimhäute, belegen die Atmungsorgane und verletzen oder verstopfen Magen und Darm, mit tödlichem Ausgang.

Lesen Sie auch: Toxischer Schnee: Wissenschaftler wiesen Rekordmenge von Plastikpartikeln in Bayern nach

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist jetzt in die Arktis gereist und warnt von dort vor den dramatischen Folgen des Klimawandels für die Region. Ihre Erwärmung, die damit eisfrei werdenden neuen Schifffahrtsrouten und die dort liegenden Rohstoffe lassen sie als neue Konfliktzone erscheinen. Es scheint fast, dass Maas Ratschlag zu spät kommt. Die Spuren unseres Mülls sind längst im nördlichen Eis und Schnee angekommen. Und sie verschwinden nicht, wenn es taut.

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