Immer schneller wegwerfen

Haidy Damm über geplante Sollbruchstellen und Konsumwünsche

  • Haidy Damm
  • Lesedauer: 1 Min.

Wer kennt das nicht? Mixer oder Waschmaschine gehen kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist kaputt, eine Reparatur - falls überhaupt möglich - würde fast so viel Geld kosten wie das Sonderangebot des nächsten Elektronikmarktes. Ärgerlich allemal, und ohne Verschwörungstheorien bemühen zu müssen: Untersuchungen sagen, genau das passiert immer öfter. Das Schlagwort Obsoleszenz - also gewollte Sollbruchstellen - macht die Runde.

Nun unterscheidet das Umweltbundesamt (UBA) zwischen verschiedenen Arten der Obsoleszenz, darunter gibt es auch die psychologische. Gemeint ist der Wunsch nach einem neuen Gerät, obwohl das alte noch funktioniert. So wurden nach Angaben des UBA 2012 über 60 Prozent der noch funktionierenden Flachbildschirmfernseher ersetzt, weil die Konsument*innen ein besseres Gerät haben wollten.

Verstärkt wird der Wunsch nach immer neuen Konsumgütern auch durch die Digitalisierung, die personalisierte Werbung und omnipräsente Shopping-Optionen im Internet möglich macht. Diesen Konsumgewohnheiten kommt es entgegen, dass die vermeintlich alten Sachen schneller auf dem Müll landen - eben auch, wenn sie nicht kaputt sind. Bei allem berechtigten Ärger über die Industrie gilt es auch, das eigene Verhalten zu reflektieren. Wegwerfen nutzt der Industrie, nicht der Umwelt.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal