Millionäre fordern höhere Steuern für Wiederaufbau nach Corona

83 Unterzeichner aus sieben Ländern sagen: Probleme »lassen sich nicht durch Wohltätigkeit lösen«

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Eine Gruppe von 83 Millionären aus sieben Ländern setzt sich für höhere Steuern für Superreiche ein, um den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie zu finanzieren. Die durch die Pandemie verursachten Probleme »lassen sich nicht durch Wohltätigkeit lösen, egal wie generös sie auch sein mag«, heißt es in einem am Montag von Oxfam und anderen Hilfsorganisationen verbreiteten offenen Brief. Erforderlich zur Finanzierung des Wiederaufbaus seien »dauerhaft höherer Steuern für die reichsten Menschen auf diesem Planeten, für Menschen wie uns«.

Der Brief erscheint im Vorfeld des Treffens der G20-Finanzminister und des EU-Gipfels, die Ende dieser Woche stattfinden. »Millionen Menschen werden ihre Arbeit verlieren, einige davon dauerhaft«, warnen die Unterzeichner. Durch die steuerliche Belastung der Superreichen sei es »möglich, unsere Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit adäquat zu finanzieren«. Denn aktuell seien viele Menschen, die in ihrer Arbeit »an der Front« als »essential workers« gegen die Pandemie ankämpfen würden, »grotesk unterbezahlt«.

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Prominente Unterzeichner des offenen Briefes sind die deutsche Start-up-Investorin und Philanthropin Dr. Mariana Bozesan und vier weitere deutsche Millionäre. Ebenfalls auf der Liste stehen der Gründer der Warehouse Group, der Neuseeländer Sir Stephen Tindall, der britische Drehbuchautor und Regisseur Richard Curtis, die US-amerikanische Disney-Erbin Abigail Disney und der Mitgründer der US-Eismarke Ben & Jerry's, Jerry Greenfield. Die Unterzeichner-Gruppe nennt sich »Millionaires for Humanity«.

In Deutschland fordert die Linkspartei eine europaweite Vermögenssteuer für Reiche, um die Kosten der Coronakrise zu bezahlen. »Wir brauchen eine europäische Abgabe auf große private Vermögen von Milliardären und Multimillionären«, so Linksparteifraktionschef Dietmar Bartsch. Das sei ökonomisch, aber auch politisch notwendig. AFP/nd

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