Gelobt seien die Pflegestützpunkte

MEINE SICHT freut sich über kostenlose Unterstützungsangebote in Berlin

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn ein Mensch zum Pflegefall wird, ist selten dafür vorgesorgt. Von einem Tag auf den anderen ändert sich alles, Anträge sind auszufüllen, Unterbringungen und Hilfsmittel wie ein Rollstuhl oder ein Pflegebett für die betroffene Menschen zu beantragen. Um staatliche Hilfen zu bekommen, muss die Pflegebedürftigkeit für einen Pflegegrad festgestellt werden. In einer Stadt wie Berlin, in der immer mehr ältere Menschen leben, ist das ein wichtiges Thema. Demografen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in der Hauptstadt von 116 000 im Jahr 2017 auf 170 000 im Jahr 2030 steigen könnte. Nicht zuletzt deshalb gibt es in Berlin seit 2016 mit Dilek Kalayci (SPD) erstmals auch eine eigene Pflegesenatorin.

Durch die Corona-Pandemie haben sich die Bedingungen für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen derweil sehr verschlechtert. Wegen des Schutzes der besonders gefährdeten älteren Menschen sind Pflegeheime nicht einfach so zu betreten, die Recherche nach Heimplätzen kann nur schwer mit einem Besuch vor Ort gekoppelt werden. Auch die Prüfungen durch die Pflegekasse zur Gewährung eines höheren Pflegegrades sind nicht im direkten Kontakt möglich, sondern erfolgen oft telefonisch. Zu Beginn der Pandemie während des Lockdowns schlugen die restriktiven Besuchsbeschränkungen direkt auf die soziale Angebundenheit der zu Pflegenden durch. Auch die ohnehin harten Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals haben sich unter Coronabedingungen noch mal deutlich erschwert.

Immerhin gibt es in Berlin seit 2009 die Pflegestützpunkte, die eine kostenlose Beratung bieten. Auch wenn Senatorin Dilek Kalayci zurzeit viel für ihre Pandemie-Bekämpfung kritisiert wird, im Pflegebereich hat die SPD-Politikerin mit dem Ausbau der Pflegestützpunkte auf jeden Fall gute Arbeit geleistet. Wer selbst in die Situation kommt, für seine Angehörigen Hilfe zu organisieren, weiß das zu schätzen. Und auch in anderen Bereichen wie Mieterberatungen hat der Senat kostenlose Angebote ausgeweitet. Das alles ist sinnvoll, weil es den Menschen konkret hilft. So soll es bei einer Mitte-links-Regierung sein.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal