Karl-Josef Laumann: Der Sprücheklopfer

Karl-Josef Laumann gibt sich hart im Schulstreit mit den Städten

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wirkt bei öffentlichen Auftritten oft so, als sei er gerade aus dem Schweinestall gekommen. Den Bauernsohn hat sich Laumann auch nach über 30 Jahren in der Bundes- und Landespolitik nicht abgewöhnt. Wenn Laumann spricht, dann rumpelt es. So auch am Dienstag, als er auf das Anliegen der Stadt Dortmund reagierte, die Schulen wegen steigender Corona-Zahlen zu schließen. Laumann ist als Gesundheitsminister für pandemiebedingte Öffnungen und Schließungen verantwortlich. »Dortmund hat eine Wocheninzidenz von 72. Wenn der Stadt nichts anderes einfällt, als Schulen zu schließen, werde ich das ablehnen«, erklärte Laumann am Dienstag. Schulen seien bisher immer als erstes geschlossen worden, das könne so nicht weitergehen, führte der CDU-Politiker aus. Städte und Kreise sollten zu »einer differenzierteren Betrachtung« kommen und seinen Ministerium auch erklären »was ihnen sonst eingefallen ist«. Ein Standpunkt, für den Laumann viel Kritik geerntet hat.

Der 63-jährige Münsterländer gehört dem Arbeitnehmerflügel der CDU an, begründet seine Haltung mit der christlichen Soziallehre. Als einer der ersten in der CDU setzte sich Laumann für einen Mindestlohn ein. Den Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik von Clemens Tönnies kommentierte Laumann harsch, wies finanzielle Forderungen zurück und sprach von einem »System Fleischindustrie«, dass er seit Jahren kritisiere. In der Coronakrise tut sich Laumann, der 2013 zum ersten beamteten Staatssekretär in der Bundesrepublik wurde, der einen Hauptschulabschluss hat, besonders mit prägnanten Sprüchen hervor. Wer für Beschaffung zuständig sei, müsse »den Landesrechnungshof am Arsch« haben, erklärte er zu Beginn der Pandemie. Und im lockeren Sommer gab er schon mal den Tipp, bei Partys auf Schnaps zu verzichten und nur Bier zu trinken.

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