Auf dem Weg zu alter Größe

Die Eisbären Berlin kassieren zwar schmerzliche Dämpfer, gehen aber als Favorit ins Viertelfinale um die deutsche Eishockeymeisterschaft

Die Zeit für Entscheidungen ist gekommen, und die Berliner Eisbären wollen dabei ein Wörtchen mitreden. Ihre führende Position in der Nordgruppe der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben sie erwartungsgemäß souverän behauptet. Auch wenn der siebente und letzte Titelgewinn des DEL-Rekordmeisters schon acht Jahre zurückliegt, sind die Berliner mit bisweilen beeindruckender Spielweise in ihrer besten Saison der vergangenen Jahre vor den nun startenden Playoffs zum ernsthaften Titelaspiranten aufgestiegen.

Auf Augenhöhe mit Favoriten

Vor allem auf heimischem Eis spielten die Eisbären mit 15 Siegen in 19 Partien ihre Stärken aus. Die Bilanz von 24 Siegen lässt sie nur knapp hinter den härtesten Widersachern aus der Südgruppe Mannheim (31) und München (26) rangieren.

Die gegenüber den Vorjahren erstaunliche Leistungssteigerung unter Cheftrainer Serge Aubin ist zweifellos darauf zurückzuführen, dass die Eisbären wieder schnelles, angriffs- und kampfstarkes Eishockey bieten, dabei in der Defensive aber auch robuster geworden sind. Der überragende Nationaltorhüter Mathias Niederberger, vor Saisonbeginn aus Düsseldorf nach Berlin gewechselt, erwies sich als großer Rückhalt. Mit nur 91 Gegentoren können die Berliner auf die zweitbeste Quote hinter Mannheim (71) verweisen. Für die gewachsene Angriffstärke spricht die starke Torausbeute von 137 Treffern, die nur von München überboten wird.

Doch die Saison hatte auch Schattenseiten: Die Eisbären kassierten in den zuletzt ausgetragenen Vergleichen zwischen Vereinen aus Nord- und Südgruppe drei Dämpfer gegen München (1:4, 0:5) und Mannheim (1:3). Sind die Eisbären also schon am Limit angekommen? Kapitän Frank Hördler wehrt derlei Befürchtungen ab: »Wir haben hart an den Schwachstellen gearbeitet. Die Playoffs gehen wir mit voller Konzentration an.«

Allerdings weiß der 35-Jährige, der an allen sieben Meistertiteln der Eisbären beteiligt war, um den erheblichen Verlust des Topangreifers Leonhard Pföderl. Der mit 20 Toren zweitbeste Torschütze der Liga kann verletzungsbedingt nicht mehr eingesetzt werden. Damit ist auch die Paradeangriffsreihe zusammen mit Topscorer Marcel Noebels und Lukas Reichel gesprengt.

Eisbären gegen Iserlohn favorisiert

Für die an diesem Dienstag startenden Viertelfinal-Playoffs haben sich die jeweils ersten vier Mannschaften aus Nord und Süd qualifiziert. Gruppenintern treffen der Erste auf den Vierten und der Zweite auf den Dritten. Als Gruppensieger sind die Eisbären gegen die Iserlohn Roosters klar favorisiert, so dass der Halbfinaleinzug greifbar nahe scheint; in der Hauptrunde hatten die Berliner Iserlohn dreimal bezwungen und nur einmal verloren. »Wir gehen selbstbewusst in die Playoffs. Uns muss aber bewusst sein«, so Cheftrainer Serge Aubin, »dass wir durchgehend unser bestes Eishockey spielen müssen. Es geht nur noch ums Gewinnen.« Verteidiger Jonas Müller drückt die Herausforderung so aus: »Wir müssen hart spielen, aber Strafzeiten vermeiden. Dann können wir jeden schlagen.«

Im Halbfinale ist als Gegner der Eisbären dann ihr Dauerrivale aus Bayern zu erwarten. Die Münchner unter dem 64-jährigen Erfolgstrainer Don Jackson, der einst die Eisbären zu fünf Titeln geführt und unlängst seinen 600. Sieg in der Liga gefeiert hatte, brillierten zuletzt in den 14 Nord-Süd-Vergleichen mit elf Erfolgen.

Viertelfinale, Nordgruppe

Eisbären Berlin - Iserlohn Roosters

Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg

Südgruppe

Adler Mannheim - Straubing Tigers

RB München - ERC Ingolstadt

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