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In neuen Bahnen schwimmen

Marco Koch ist der einzige deutsche Olympiastarter, der bei der EM ins Becken springt

  • Von Thomas Eßer und Christian Kunz, Budapest
  • Lesedauer: 2 Min.

Ein WM-Titel und viele weitere Medaillen bei Großereignissen haben eines bei Marco Koch nicht verändert: »Ich bin immer noch aufgeregt«, sagt der Brustschwimmer. »In dem Moment, wo das verloren geht, reicht’s auch mit meiner Karriere.« Noch aber ist der 31-Jährige ehrgeizig und will in diesem Sommer bei Olympia ein letztes Mal angreifen. Auf dem Weg dorthin geht Koch einen Sonderweg im deutschen Team. Anders als fast alle anderen deutschen Topschwimmer startet Koch bei den Europameisterschaften im Budapester Becken. Über 200 Meter will er seine Form im internationalen Vergleich testen.

»Es ist schön, sich auf dem Weg zu den Spielen noch mal mit den Besten zu messen«, sagt Koch. Er brauche das Gefühl, vor einem packenden Rennen auf dem Startblock zu stehen - nach Monaten mit coronabedingt wenigen Rennen ganz besonders.

Laut Bundestrainer Hannes Vitense, trete ein Athlet wie Marco Koch »bei einer EM natürlich immer mit Ambitionen an«. Konkrete Medaillen- oder Platzierungsziele nennt Koch für Ungarn jedoch nicht. »Ich will hier lieber ein super Rennen bis 150 Meter machen und dann vielleicht merken, dass die letzte Bahn noch nicht klappt, als irgendwas auf Nummer sicher zu machen und dafür vielleicht eine Medaille zu kriegen«, sagt er. Er will wissen, wo er zwei Monate vor den Sommerspielen steht. Zudem sollen sich die Abläufe bei einem Großereignis wieder einspielen.

Die letzte EM in Glasgow hatte Koch 2018 verpasst. Der Weltmeister von 2015 steckte im Formtief und setzte sodann auf neue Impulse. Koch verließ seine langjährige Heimat Darmstadt und wechselte nach Frankfurt am Main. Zudem arbeitet er erneut mit dem früheren Bundestrainer Dirk Lange zusammen.

Eine Rechnung habe er mit Olympia nicht offen, betont Koch, auch wenn Platz sieben in Rio 2016 von Außenstehenden als Enttäuschung gewertet worden war. »Wir haben alles rausgeholt, was drin war«, sagt Koch im Rückblick. »Ich hoffe, dass ich in Tokio auch so ein Rennen mache, dass ich anschlage und hoffentlich alles gepasst hat. Dann werde ich mit mir zufrieden sein, egal, wie weit vorne ich dann sein werde.« Eine Medaille bei seiner dritten Olympiateilnahme wäre aber natürlich »der ganz große Traum«.

Bevor er diesen verwirklichen kann, steht für Koch an diesem Mittwoch aber erst einmal der erste EM-Vorlauf an. Mit Aufregung und allem, was dazugehört. Wobei er klarstellt: »Ich bin nicht ängstlich, sondern voller Vorfreude.«dpa/nd

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