Werbung

Urlaub auf Staatskosten

Daniel Lücking über den Sonderstatus des Kommandos Spezialkräfte

Keine Frage - die Erfahrungen, die Soldat*innen in den Kriegsgebieten machen, in die die Bundeswehr sie entsendet, sind belastend. Das Leid der Bevölkerung, die permanente Gefahr Ziel eines Anschlags zu sein oder angegriffen zu werden - all das zehrt an den Nerven. Dass das Kommando Spezialkräfte ungleich höheren Bedrohungen ausgesetzt ist, ist ebenso unstrittig.

Während sogenannten Einsatznachbereitungsseminaren soll das Erlebte verarbeitet werden. Gewöhnlich geschieht das in einem Hotel und in ziviler Kleidung, um eine möglichst gelöste Atmosphäre zu schaffen, in der es nicht auf Dienstgrade ankommt.

Das Ziel: psychische Überlastungen erkennen. Doch die nun bekannt gewordenen Umfänge der Einsatznachbereitungsseminare geben zu denken. 45.000 Euro für eine Woche Europapark, 82.000 Euro für einen Aufenthalt im Luxushotel - bei diesen Summen ist schwer zu vermitteln, dass es nur um die Aufarbeitung der Einsatzmonate gehen soll, aber nicht primär um Spaß.

Ganz besonders, während der Rest der Truppe diese Seminare eher in einer Landschulheimatmosphäre durchläuft und als Highlight eines solchen Kurzaufenthalts eine Fahrt auf der Mosel mit anschließender Einkehr in den Weinkeller erlebt. Die Sonderrolle des KSK dürfte dem Rest der Truppe nicht mehr länger vermittelbar sein.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal