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Schulen sollen nach Sommerferien in uneingeschränkten Präsenzbetrieb

Der Newsblog zur Coronakrise - Freitag, 11. Juni 2021: +++ G7 will ärmeren Ländern mit einer Milliarde Impfdosen helfen +++ Dehoga: Arbeitskräftemangel ist derzeit größtes Problem der Gastronomie +++ RKI registriert Inzidenz bei 18,6 +++

  • Lesedauer: 4 Min.
Auf der Uferpromenade vor dem Grand Hotel Heiligendamm stehen Tische und Stühle bereit, die im Außenbereich aufgestellt werden. Hier fand 2008 einer der letzten G8-Gipfel statt.
Auf der Uferpromenade vor dem Grand Hotel Heiligendamm stehen Tische und Stühle bereit, die im Außenbereich aufgestellt werden. Hier fand 2008 einer der letzten G8-Gipfel statt.

Potsdam/Berlin. Die Schulen sollen trotz Corona-Pandemie in Deutschland im kommenden Schuljahr in den uneingeschränkten Präsenzbetrieb gehen. Darauf haben sich Bildungsministerinnen und -minister der Bundesländer verständigt. Das kommende Schuljahr solle mit soviel Normalität wie möglich starten, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), am Freitag nach dem KMK-Beschluss: »Wir freuen uns auf Schulfahrten und Exkursionen.« Der Regelbetrieb werde nicht an bestimmte Impfquoten gebunden. Teststrategien und das Tragen von Masken würden jedoch weiter eine Rolle spielen.

»Das Infektionsgeschehen hat sich in den vergangenen Wochen positiv entwickelt«, heißt es in dem KMK-Beschluss. Dabei gehe von Kindern und Jugendlichen keine treibende Kraft in der aktuellen Situation aus. Ein großer Teil der Bevölkerung habe zudem bereits mindestens eine Impfung erhalten, zum Beginn des neuen Schuljahres würden viele bereits zwei Mal geimpft sein. Auch der Schulbetrieb werde dadurch sicherer.

»Die Kultusministerkonferenz ist der gemeinsamen Überzeugung, dass der Präsenzunterricht in seiner ganzen Breite die notwendige Grundlage erfolgreichen Lehrens und Lernens ist«, heißt es in dem KMK-Beschluss: Deshalb bestehe Einigkeit darüber, dass alle Schulen mit Beginn des neuen Schuljahrs dauerhaft im Regelbetrieb mit regulärem Schulbetrieb mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden besucht werden. Die je nach Infektionsgeschehen geltenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen müssten dabei weiter beachtet werden.

Carbis Bay. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte ärmeren Staaten mit einer Milliarde Impfdosen helfen. Dies solle sowohl durch Verteilung als auch durch Finanzierung von Impfstoff möglich werden, teilte die britische Regierung in der Nacht zum Freitag mit. Die Staats- und Regierungschefs wollen demnach auch einen Plan ausarbeiten, um die Impfstoffproduktion auszuweiten. Der britische Premierminister Boris Johnson ist in diesem Jahr Gastgeber des dreitägigen G7-Gipfels, der am Freitagnachmittag im südwestenglischen Cornwall beginnt.

Die G7-Staaten wollen bei dem Gipfel ihre Kräfte bündeln, um die Pandemie zu bekämpfen und die Welt besser für künftige Virusausbrüche zu rüsten. »Globale Lösungen sind gefordert«, steht in dem Entwurf einer »Gesundheitserklärung von Carbis Bay«, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin verpflichten sich die Staats- und Regierungschefs, »die kollektiven Abwehrkräfte zu stärken, um durch wirksames multilaterales Handeln und ein gestärktes globales Gesundheitssystem besser gegen künftige Pandemien vorzubeugen, diese zu entdecken, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen«.

Biden unterstrich, dass die Pandemie noch nicht besiegt sei. »Ich möchte klarstellen, dass dies nicht das Ende unserer Bemühungen ist, Covid-19 zu bekämpfen und die Welt zu impfen«, sagte er am Donnerstagabend. »Morgen werden die G7-Staaten den vollen Umfang unseres Engagements ankündigen.«

+++ Dehoga: Arbeitskräftemangel ist derzeit größtes Problem der Gastronomie +++

Passau. Mit zunehmenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen macht der Hotel- und Gastronomiebranche derzeit ein erheblicher Personalmangel zu schaffen. Das aktuell größte Problem des deutschen Gastgewerbes sei » eindeutig der riesige Mitarbeitermangel«, sagte die Chefin des Branchenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, der »Passauer Neue Presse« (Freitagsausgabe). Die Zahl der Mitarbeiter habe sich um zwölf Prozent reduziert.

»Allein bis Februar haben wie 130 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verloren«, sagt Hartges der Zeitung. »Auch die Zahl der Auszubildenden ist bei uns zuletzt um 25 Prozent eingebrochen.«

Die jüngste Umfrage unter den Dehoga-Mitgliedern habe für Mai immer noch einen Umsatzrückgang von 67 Prozent festgestellt, fügte die Verbandschefin hinzu. »Die Testpflichten und Kontaktregeln werden von vielen Gästen und Gastronomen noch als Hürden empfunden.« Dennoch steige besonders mit Blick auf den Sommer die Zuversicht in weiten Teilen der Branche.

+++ RKI registriert Inzidenz bei 18,6 +++

Berlin. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Agenturen/nd

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