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Doppelmoral oder Rassimus?

So groß das Lob der Regierung auf die Leistung afghanischer Ortskräfte, so zynisch ist der Umgang mit ihnen.

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.

Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit demonstrierten Regierungspolitiker im Bundestag ein wenig christliches Verständnis von Nächstenliebe. Es geht um die afghanischen Ortskräfte, die einen unersetzbaren Anteil zum deutschen Einsatz und den Hilfen in Afghanistan geleistet haben. Zu warm ums Herz sollte es aber niemandem werden.

Trotz der Lobesworte aus Union, SPD und sogar AfD, soll es keine unkomplizierte und schnelle Regelung für die Ausreise der als Kollaborateure in Lebensgefahr schwebenden Afghan*innen geben. Unverhohlen lobt sich die Union für die bestehende unzulängliche Praxis, gibt sich die SPD pflichtbewusst. Doch bislang sind nicht einmal die im April versprochenen Kontaktbüros in Kabul und Masar-e-Sharif eingerichtet. Ob das noch geschehen wird, ist angesichts der vor den Toren der Stadt posierenden Taliban fraglich. All das blenden Unionspolitiker aus und erklären den Afghan*innen ihr Land. Eine Gefährdung durch die Taliban? Aber doch nicht überall und nicht nur aufgrund der Tätigkeit für die westlichen Truppen. Während die Regierung deutsche Soldat*innen kostenlos Bahn fahren lässt und jede Dienstreise entlohnt wird, müssen afghanische Ortskräfte ihre Flucht aus dem Land selbst bezahlen. Das ist schon lange keine Doppelmoral mehr, sondern purer Rassismus.

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