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Olympische Mangelwirtschaft

Tokio löste kaum eines seiner Versprechen ein, bilanziert Felix Lill

  • Von Felix Lill
  • Lesedauer: 2 Min.

»Tokyo 2020« sollte nach dem Willen der Organisatoren vieles sein: Spiele des Wiederaufbaus nach Fukushima, Motor für Wirtschaftswachstum, Advokat der Diversität, Vorreiter in der Klimapolitik. Doch in Erinnerung bleiben wird das Weltsportfest 2021 vor allem als Sportereignis, das Japan viel Geld und viele Mühen kostete, aber unterm Strich wenig brachte.

Die Spiele, so hieß es, sollten einen Wirtschaftsboom entfachen, zugleich aber keinen Yen Steuer kosten. Bei Beginn der Pandemie 2020 wurde von diesem Versprechen Abstand genommen. Das Verbot von Zuschauern aus dem In- und Ausland dezimierte die Einnahmen dann zusätzlich.

Was für den Inselstaat am schwersten wog: Olympia unter Isolationsbedingungen verhinderte den ersehnten Austausch mit aller Welt. Kurz vor der Eröffnung war eine große Mehrheit im Land dann schon gegen die Austragung - zu teuer, zu gefährlich. Das änderte sich zwischenzeitlich: Die Einschaltquoten waren hoch, das sehr erfolgreiche Abschneiden der japanischen Athleten verbesserte die Stimmung.

Am Ende aber ließ auch Olympia die Sorgen wachsen: Obwohl sich alle Olympiagäste in Dauerquarantäne begaben, belegen aktuelle Umfragen, dass viele im Gastgeberland mit Olympia hadern - wegen der Explosion der Coronazahlen in Japan.

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