Totgesagte leben länger

In Deutschland boomt wieder die Kohleverstromung

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

Verfolgt man im Vorfeld der Bundestagswahl die Debatten der Rampenlichtpolitiker über die Energiewende, scheint alles ganz einfach: Der Kohleausstieg ist politisch praktisch abgehakt, jetzt muss man nur noch den Ausbau der Erneuerbaren wieder in die Gänge kriegen. Doch Totgesagte leben länger. Die Kohle hat laut Statistikamt im ersten Halbjahr wieder die Spitzenposition im deutschen Strommix übernommen – die Elektrizitätserzeugung aus dem fossilen Energieträger stieg auf Jahressicht sogar um gut 35 Prozent. Natürlich wird irgendwann im nächsten Jahrzehnt Schluss sein, aber die riesigen Mengen, die jetzt verstromt werden, verhageln nicht nur die deutsche Klimabilanz, sondern sie haben auch ganz reale Folgen fürs Weltklima. Es muss also darum gehen, dem schnell entgegenzuwirken, etwa durch mehr Speicherkapazitäten für die Erneuerbaren.

Lesen Sie auch: Eine klimapolitische Initialzündung - entscheidend für die Klimawende ist der Ausbau der erneuerbaren Energien von Jörg Staude

Die Bundesstatistiker haben aber noch eine Botschaft verkündet, die in der Politik kaum wahrgenommen wird, obwohl sie eng mit der ersten zusammenhängt: Der Stromverbrauch hat deutlich zugenommen, was nach der Corona-Rezession zu erwarten war. Doch genau das ist die andere Preisfrage: Wie kann man beim Strom sparsamer und effizienter leben und wirtschaften? Es wird Zeit, dass sie in den Vordergrund rückt.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal