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So unerwartbar wie Weihnachten

Daniel Lücking zu den Entwicklungen in Afghanistan

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Afghanen spielen Kricket im Chaman-i Hazouri Park. Es wird befürchtet, dass Afghanistan nach dem Chaos des vergangenen Monats weiter auf eine Hungersnot und einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zusteuern könnte.
Afghanen spielen Kricket im Chaman-i Hazouri Park. Es wird befürchtet, dass Afghanistan nach dem Chaos des vergangenen Monats weiter auf eine Hungersnot und einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zusteuern könnte.

Der Bericht von Amnesty International zur Lage in Afghanistan ist die nüchterne Auflistung der Entwicklungen, die niemanden wirklich überraschen können. Rund 170 000 getötete Menschen gelten laut einer Studie als Resultat des Afghanistankrieges. Zu dieser Zahl ließen sich nun tagtäglich weitere Tote hinzurechnen, jedenfalls, wenn wir von den Tötungen erfahren würden. Doch das wird mit der fortschreitenden Errichtung des Talibanregimes in Afghanistan immer unwahrscheinlicher.

Wenig Mühe geben sich die deutschen Ministerien, die immer noch versuchen, einen Überblick zu bekommen, wen sie eigentlich nach Deutschland einreisen lassen wollen, wem das bereits gelungen ist und wer sich noch vor Ort in Afghanistan befindet. Wirklich gelungen ist nur eines: Die Verschleierung der Verantwortung und des Ausmaßes des Scheiterns. Nach zwanzig Jahren im Land nicht zu wissen, wer für deutsche Behörden, Ministerien und Projekte tätig war, wird bedauert, hingenommen und reduziert dagegen die Zahl derer, denen eigentlich Asyl angeboten werden müsste. Komak wa Hamkari, Hilfe und Kooperation, war das Motto des Internationalen Einsatzes ISAF, der vor Jahren endete. Mit ihm endete offenbar auch der Wille, wirklich etwas für die Menschen in Afghanistan zu tun.

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