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Ein festlich gepacktes Adventspaket

Kommen Sie mit auf eine besinnliche nd-Leserreise nach Zittau und Herrnhut

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 4 Min.

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten, fragt sich der eine oder andere vielleicht beim Anblick des Fotos auf dieser Seite. Sicher, ein paar Wochen dauert es noch, doch Lebkuchen und Co. in den Supermärkten erinnern uns ja schon längst wieder daran, dass es nun langsam Zeit wird, ans Plätzchenbacken zu denken und vor allem daran, den Einzelhandel in festliche Vorfreude aufs Weihnachtsgeschäft zu versetzen.

Lassen Sie sich bloß nicht stressen, Weihnachten ist jedes Jahr. Doch das, was ich Ihnen anbiete, kommt nicht gleich wieder: Nämlich ein entspanntes Adventswochenende im Zittauer Gebirge und Herrnhut. Schon vor einem Jahr hatten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser diese Offerte gemacht, doch dann platzte ein fieser Spielverderber namens Corona dazwischen und brachte statt besinnlicher Tage Stress ohne Ende. Wenn wir uns ihm auch beugen mussten, das aufs Schönste gepackte Reisepaket bewahrten wir gut für Sie auf. Nun haben wir es wieder hervorgeholt - es hat nichts an Glanz verloren. Heute möchte ich es gemeinsam mit Ihnen auspacken, in der Hoffnung, dass wir es gemeinsam am zweiten Adventswochenende ausgiebig genießen können.

»Zittau« steht auf einem der Päckchen, das da zum Vorschein kommt. Wir werden die mittelalterliche Stadt im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien erkunden, die sich dann im vorweihnachtlichen Lichterglanz präsentiert, und viele Überraschungen erleben. Kennen Sie die beiden Zittauer Fastentücher? Ich hatte bis vor zwei Jahren noch nie davon gehört. Seit ich sie aber sah, bin ich davon ganz begeistert. Insbesondere das größere der beiden fasziniert mich. Mit seinen 8,20 mal 6,80 Metern ist es das drittgrößte der Welt und erzählt eine unglaubliche Geschichte: 1472 auf Leinen gemalt, verhüllte die »Bilderbibel«, die 90 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigt - von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht -, zwei Jahrhunderte lang in der Fastenzeit vor Ostern den Altar der Zittauer Hauptkirche St. Johannis. Dann war es Jahrhunderte verschwunden, ehe es wiedergefunden, ins Museum gebracht und kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ausgelagert wurde. 1945 zerschnitten sowjetische Soldaten das Tuch in vier Teile und dichteten damit eine im Wald errichtete provisorische Sauna ab. Jahre später fand ein Arbeiter die Teile im Wald und brachte sie zurück ins Zittauer Museum. 1994/95 restaurierte die Schweizer Abegg-Stiftung das Tuch unentgeltlich. Seit 20 Jahren nun ist das Große Zittauer Fastentuch in der ehemaligen Kirche zum Heiligen Kreuz in der größten Museumsvitrine der Welt zu sehen.

Darüber hinaus erzählen viele Häuser Zittaus Spannendes aus Jahrhunderten wechselvoller Geschichte. Bei einem gemeinsamen Stadtbummel werden wir einiges davon hören, und natürlich bleibt auch noch Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Nach einer geruhsamen Nacht in Zittau packen wir am nächsten Tag das zweite Päckchen aus - auf dem steht Herrnhut. Den meisten von Ihnen werden die Herrnhuter Sterne vertraut sein, sie schmücken überall in der Welt zur Weihnachtszeit die Häuser und sicher auch Ihre Wohnung. Doch mal ehrlich: Wer von Ihnen weiß mehr über die Sterne, als dass sie zu Weihnachten gehören wie der Weihnachtsbaum oder die Weihnachtsplätzchen?

Ihren Ursprung verdanken wir einem Lehrer, der am mathematischen Unverständnis seiner Schüler schier verzweifelte und sich fragte, wie er ihnen die Berechnung von geometrischen Figuren leicht verständlich beibringen könnte. Die Lösung fand er in Form von Dreiecken. Und siehe da, die Schüler begriffen das System. Mehr noch, sie bastelten aus den Dreiecken Sterne und hängten sie in ihren Schlafräumen auf, wo ihr Licht den Kindern das Heimweh linderte. Denn diese Kinder lebten in einer Internatsschule, weil ihre Eltern, die der Herrnhuter Brüdergemeine angehörten, weltweit als Missionare unterwegs waren. Diese hatten sich nicht nur zum Ziel gesetzt, den christlichen Glauben zu verbreiten, insbesondere ging es ihnen darum, die Lebensumstände vieler Geknechteter weltweit zu verbessern, ihnen Arbeit, Bildung, medizinische Hilfe zu geben und sie so zu befähigen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Eine der ersten Missionsstationen entstand in Genadendal am Westkap Südafrikas. Hier gründeten die Herrnhuter die erste südafrikanische Ausbildungsschule für Lehrer, sorgten für die Bildung von Jungen und Mädchen, siedelten Handwerk und Gewerbe an. Nelson Mandela, der 1995 den Ort besuchte, war so beeindruckt von dem, was die Missionare dort geleistet haben, dass er seinem Präsidentenamtssitz in Kapstadt den Namen »Genadendal« gab. Auch heute noch ist die Herrnhuter Missionshilfe in 15 Ländern aktiv, weltweit gehören der Brüder-Unität mehr als eine Million Mitglieder in 50 Ländern an.

Über die Geschichte der Herrnhuter werden wir während unsere Reise viel erfahren, und selbstverständlich sehen wir in der Schauwerkstatt des Ortes auch, wie die berühmten Herrnhuter Sterne entstehen - jeder einzelne in Handarbeit aus 17 viereckigen und acht dreieckigen Zacken. Alljährlich treten rund 600 000 dieser Sterne in verschiedenen Farben und Größen von Herrnhut aus den Weg in alle Welt an und bringen in der Weihnachtszeit Licht in die Stuben und Herzen.

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