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  • Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga

Minimalisten unter sich

Im Abstiegskampf der Bundesliga duellieren sich die vier letztplatzierten Teams

  • Von Maik Rosner
  • Lesedauer: 3 Min.
Noch ohne Sieg: Branimir Hrgota hat zwei der bislang nur fünf Fürther Tore erzielt.
Noch ohne Sieg: Branimir Hrgota hat zwei der bislang nur fünf Fürther Tore erzielt.

Am kommenden Sonntag steht in der Bundesliga das Topspiel an: Der Rekordmeister Bayern München tritt beim punktgleichen Tabellenzweiten Bayer Leverkusen an. Aber nicht nur der Blick zur Ligaspitze bietet interessante Vergleiche. Der achte Spieltag teilt die Liga in eine Zweiklassengesellschaft: Mit Ausnahme des Freitagspiels des Elften Hoffenheim gegen den Sechsten Köln bleiben die Teams der oberen und unteren Tabellenhälfte bei den Ansetzungen jeweils unter sich.

Vor allem unter den Abstiegskandidaten auf den letzten vier Tabellenplätzen kommt es dabei zu Begegnungen, für die in der Branche oft die Bezeichnung »wegweisend« aus dem Satzbaukasten gezogen wird. Das gilt für den Vergleich zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem VfL Bochum am Sonnabend ebenso, wie für jenen am Sonntag zwischen dem FC Augsburg und Arminia Bielefeld. Es ist zugleich das Quartett mit den schwächsten Offensivreihen der Liga. Das gilt für die erzielten Tore sowie die erspielten und genutzten Chancen. Nun sind die Minimalisten auf den Plätzen in Fürth und Augsburg unter sich – in der Hoffnung, sich wenigstens gegen ihresgleichen durchzusetzen.

Es gehe darum, »endlich zu punkten und den Anschluss in der Tabelle zu halten«, forderte Fürths Trainer Stefan Leitl und befand, dass man womöglich gerade wegen der Offensivschwäche der Defensive mehr Bedeutung beimessen müsse. »Vielleicht müssen wir das Verteidigen neu lernen, damit auch ein 1:0 mal zu einem Sieg reicht«, sagte er. Als »super wichtig« bezeichnete Fürths Geschäftsführer Rachid Azzouzi das Treffen mit dem anderen Aufsteiger. Sein Bochumer Kollege Sebastian Schindzielorz unterstrich die Bedeutung der Partie allein durch seine beschwichtigende Wortwahl. »Es ist zwar kein Finale, aber ein sehr wichtiges Spiel«, sagte er.

Der VfL wartet schon seit 301 Minuten auf ein Tor – also seit gut fünf Stunden oder drei Spielen und 31 Minuten. Das liegt wohl auch am Ausfall von Stürmer Simon Zoller wegen eines Kreuzbandrisses. Fürth hofft derweil als heimschwächstes Team auf den ersten Bundesligasieg im eigenen Stadion im 21. Versuch. Nach dem Motto: Wenn nicht gegen das schlechteste Auswärtsteam der Liga, gegen wen dann? Fürth und Bochum treffen passenderweise als Letzter und Vorletzter aufeinander, der Viertletzte Augsburg empfängt den Drittletzten Bielefeld. Ergänzt wird dieses Kellerprogramm unter Tabellennachbarn vom Spiel zwischen dem 13. Eintracht Frankfurt und dem 14. Hertha BSC.

Die größte Bedeutung für den Abstiegskampf wird aber jenen Aufeinandertreffen zwischen Fürth und Bochum sowie Augsburg und Bielefeld beigemessen: die vier Teams, die schon vor Saisonbeginn als wahrscheinlichste Abstiegskandidaten galten. Beim FCA hatte man zumindest die Hoffnung, mit dem zurückgekehrten Trainer Markus Weinzierl an alte gemeinsame Erfolgszeiten anknüpfen zu können. Doch nun ziehen die Augsburger als Team mit der schlechtesten Offensive der Liga ins Spiel gegen die Arminia. Die Bielefelder hadern wiederum mit ihrer Ineffizienz, weil sie nur 11,5 Prozent ihrer 26 Torchancen genutzt haben, laut Fachblatt »kicker« die schlechteste Quote der Liga. Gute Ansätze seien zwar da, aber man müsse schnell präziser werden, sagte Trainer Frank Kramer, »in der Liga wartet keiner, bis wir so weit sind«.

Ebenfalls nur drei Tore in sieben Spielen hat der FCA erwirtschaftet. Zwei Treffer davon gelangen Stürmer Florian Niederlechner, der nach einer Leistenbruchoperation aber vorerst ausfällt. Zudem schoss Weinzierls Mannschaft bisher insgesamt nur 58-mal aufs Tor des Gegners, als Chancen gezählt wurden davon 21 Versuche – die schlechtesten Werte der Bundesliga. Weinzierl weiß, was nun erwartet wird. »Gegen Bielefeld will man zu Hause unbedingt gewinnen«, sagte er, »das sind die Heimspiele, die man gewinnen sollte. Wenn das nicht klappt, kommt automatisch der Druck.«

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