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Kein reales Recht auf Nahrung

Martin Ling über die Vorstellung des Welthunger-Index

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.
Eine Mutter bereitet ihren Kindern Milch aus Milchpulver zu. Speisung durch das Kinderhilfswerk Unicef in einem Dorf in der Somali Region in Äthiopien, die unter extremer Dürre leidet.
Eine Mutter bereitet ihren Kindern Milch aus Milchpulver zu. Speisung durch das Kinderhilfswerk Unicef in einem Dorf in der Somali Region in Äthiopien, die unter extremer Dürre leidet.

Es scheint außer Reichweite: Das Ziel zwei innerhalb der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG) bis 2030 sieht vor, den Hunger zu beenden – null Hunger heißt die Devise. Bei der Vorstellung des Welthunger-Index der Welthungerhilfe wurde klar, dass nicht einmal der Trend in diese Richtung läuft, geschweige denn die absoluten Zahlen: Die Anzahl der Hungernden hat wieder zugenommen, auch, aber nicht nur wegen der Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie. Weltweit hungern etwa 811 Millionen Menschen und 41 Millionen leben am Rande einer Hungersnot.

Alle zentralen Hungertreiber sind menschengemacht: Das Coronavirus wurde höchstwahrscheinlich auf den Menschen übertragen, weil er der Tierwelt zu dicht auf den Pelz gerückt ist, die Klimakrise ist durch die CO2-Emissionen der menschgemachten Produktionsweisen maßgeblich befeuert worden und die zahlreichen bewaffneten Konflikte von Äthiopien über Südsudan bis hin zu Jemen werden direkt von kriegerischen Politikern und Politik in diesen Ländern und ihren Schutzmächten angeheizt.

Und dabei fehlt es nicht an Nahrungsmitteln auf dieser Welt, sondern nur am Zugang für die Hungernden. Das Recht auf Nahrung steht bisher nur auf dem Papier. Es liegt am politischen Willen, das zu ändern.

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