Nur noch eine Fußnote

Jörg Staude zur deutschen Rolle internationaler Klimaverhandlungen

  • Jörg Staude
  • Lesedauer: 1 Min.

Wochen vor dem Weltklimagipfel kamen Zweifel auf: Mitte November wird in Glasgow entschieden, wie die Klimakrise einigermaßen einzudämmen ist. Während Deutschland ohne richtige Regierung ist? Einer der wichtigsten Player in der Klimadiplomatie eine »lame duck«? Nein, hieß es beruhigend. Deutschland verhandele ja gar nicht selbst, sondern die Europäische Union. Und im Übrigen seien alle Fragen geklärt. Basta.

Wochen später gibt Deutschland in Glasgow mehr und mehr ein Bild des Jammers ab. Erst will man die Erklärung zum Ausstieg aus der Öl-, Gas- und Kohlefinanzierung nicht unterschreiben - dann wird doch gezeichnet. Ähnlichen Erklärungen zu CO2-Pflichten im Flugverkehr oder emissionsfreien Autos ab 2035 verweigert Deutschland gleich ganz die Unterschrift. Bei den Autos scheitert es an einer Fußnote, die den Einsatz synthetischer Kraftstoffe in Pkw ausschließt. Dagegen haben zwei bekannte Klimabremser was: Die CSU, in Person Andreas Scheuer, der im Verkehrsministerium noch den Ton angibt, und die FDP, die die Ampel klimapolitisch blockiert.

Deutschland nur eine »lahme Ente«? Tatsächlich verkommt Klimaschutz derzeit zu einer Fußnote deutscher Politik - ob nun in Glasgow oder in Berlin.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket
Dazu passende Podcast-Folgen:

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal