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Nein heißt Nein heißt Nein

Ulrike Wagener sieht Handlungsbedarf bei sexualisierter Gewalt

  • Von Ulrike Wagener
  • Lesedauer: 2 Min.
Weltweit demonstrieren Menschen – darunter überwiegend Frauen, trans und nicht-binäre Personen – für ihr Recht, nicht vergewaltigt zu werden.
Weltweit demonstrieren Menschen – darunter überwiegend Frauen, trans und nicht-binäre Personen – für ihr Recht, nicht vergewaltigt zu werden.

Seit fünf Jahren gilt in Deutschland per Gesetz beim Sex der Grundsatz »Nein heißt Nein«. Das ist erst mal gut. Seitdem zeigen immer mehr Betroffene eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung an. Und doch: Wer ein »Nein« ignoriert, muss noch immer kaum mit Konsequenzen rechnen. Die Zahl der Verurteilungen bleibt auf extrem niedrigem Niveau (wenn auch mit steigender Tendenz); die Dunkelziffer bleibt hoch. Eine Überraschung ist das nicht, denn auch die Probleme in der Beweisführung sind geblieben: Meist gibt es keine Zeug*innen und objektiven Beweismittel. Wenn Aussage gegen Aussage steht, kommt es darauf an, wem das Gericht glaubt.

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Damit sexualisierte Gewalt künftig auch Konsequenzen hat, braucht es ein gesamtgesellschaftliches Umdenken – und die Solidarität von Männern, die nach wie vor meist die Täter sind und andere Täter schützen. Die MeToo-Bewegung hat gezeigt, wie wirkungsvoll Öffentlichkeit ist: Der Höchststand der Anzeigen sexualisierter Gewalt in Deutschland wurde nicht im letzten Jahr erreicht, sondern mit 11 282 Fällen im Jahr 2017 – ein Anstieg um 42 Prozent. Wichtig ist aber auch die Prävention: »Nein heißt Nein« darf nicht nur auf dem Papier gelten. Und schon Kinder müssen lernen, die eigenen Grenzen und die der anderen zu respektieren.

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