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Arbeitskampf unter erschwerten Bedingungen

Warum es für Verdi sehr schwer gewesen wäre, mehr im Tarifstreit mit den Ländern rauszuholen

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.
Es ist fraglich, ob Verdi bei einem längeren Streik angesichts der sich verschärfenden Pandemielage zu großen Demos hätte aufrufen können.
Es ist fraglich, ob Verdi bei einem längeren Streik angesichts der sich verschärfenden Pandemielage zu großen Demos hätte aufrufen können.

Verdi-Chef Frank Werneke ließ keinen Zweifel dran, dass er mit der Tarifeinigung mit den Bundesländern nicht zufrieden ist. Schließlich war seine Dienstleistungsgewerkschaft mit Forderungen nach weitaus mehr in die Verhandlungen gegangen. Doch auch die sich wieder zuspitzende Corona-Pandemielage machte einen Strich durch die Rechnung.

Nun kamen 2,8 Prozent für zwei Jahre heraus. In Anbetracht einer rasant gestiegenen Inflationsrate bedeutet dies unterm Strich reale Einkommensverluste in der Fläche. Die steuerfreie Einmalzahlung von 1300 Euro ist da vielleicht so etwas wie ein gern genommenes Weihnachtsgeschenk. Doch an der schlechten Bezahlung ändert es letztlich nur wenig. Denn während die Lebensmittelpreise auch nächstes Jahr steigen, wird sich die Einmalzahlung nicht auf die tariflichen Entgelte dauerhaft erhöhen. Verdi wird also in zwei Jahren umso mehr herausschlagen müssen, will man das Ergebnis korrigieren.

Doch mehr durchzusetzen wäre angesichts der Pandemielage vermutlich sehr schwer gewesen. Große Demonstrationen wären wohl aus Infektionsschutzgründen als fragwürdig angesehen worden. Und die Öffentlichkeit, die am Anfang der Pandemie noch klatschte, würde über einen Streik laut meckern. Was bleibt, ist ein Abschluss unter erschwerten Bedingungen.

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