Der Tod gehört zur Politik dazu

Daniel Lücking zum unendlichen Streit über Kampfdrohnen

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 2 Min.
Lars Klingbeil, SPD-Parteivorsitzender, zeigt mit seiner Argumentation rund um die Beschaffung von Kampfdrohnen vor allem, dass es keine Bereitschaft gibt, die Folgen der eigenen Poliitk auszuhalten.
Lars Klingbeil, SPD-Parteivorsitzender, zeigt mit seiner Argumentation rund um die Beschaffung von Kampfdrohnen vor allem, dass es keine Bereitschaft gibt, die Folgen der eigenen Poliitk auszuhalten.

»Hätte, hätte, Fahrradkette«, so einst Peer Steinbrück, als er Fakten nicht berücksichtigte und ein ihm vorgehaltener Fehler der SPD zu lästig wurde. Nun ist Genosse Lars Klingbeil fernab der Realität unterwegs und blendet aus, dass zum Soldatentum das Sterben dazu gehört. Militärs und Regierungspolitik wollen bewaffnete Kampfdrohnen, Menschenrechtsaktivist*innen und Basismitglieder der SPD sprechen sich dagegen aus. Klingbeil meint, er könne Auslandseinsätze benennen, »wo es Leben gerettet hätte, wenn wir bewaffnete Drohnen gehabt hätten«. Dass der aus dem soldatischen Umfeld geprägte SPD-Vorsitzende Klingbeil dies behauptet, statt Belege zu liefern, sollte als Regierungskurs nicht geduldet werden.

Hätte man doch nur die gewünschten Waffensysteme gehabt, dann hätte es weniger Särge mit Helm und Bundesdienstflagge gegeben. So pflegt Klingbeil die Illusion, betreibt Rüstungslobbyismus und drückt sich vor politischer Verantwortung, die nirgends deutlicher wird als am Sarg von Sodat*innen. Regierungspolitiker*innen, die Soldat*innen entsenden, müssen deren Tod in Kauf nehmen. Wenn das Wort »hätte«, wie bei Klingbeil, nun Handlungsmaxime wird, dann bitte so herum: »Hätte« es keine Auslandseinsätze gegeben, »hätten« wir auch keine toten Soldat*innen gehabt.

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