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Keine falsche Lohnzurückhaltung

Warum Gewerkschaften und Angestellte nicht auf die Warnungen vor einer Lohn-Preis-Spirale hereinfallen sollten

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.
Wegen der Inflation ist das Geld, das man in der Hand hält, immer weniger wert.
Wegen der Inflation ist das Geld, das man in der Hand hält, immer weniger wert.

Seitdem im Sommer die Inflation begann, durch die Decke zu gehen, wurden Warnungen vor einer angeblichen Lohn-Preis-Spirale laut. Nun haben die Mahner neue Argumente bekommen: Um 3,1 Prozent stiegen nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes die Preise vergangenes Jahr. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die Warnungen nur als ein präventiver Angriff gegen Gewerkschaften und Beschäftigte.

Denn als Lohn-Preis-Spirale wird das Phänomen bezeichnet, dass Angestellte wegen der steigender Preise mehr Lohn einfordern, was die Unternehmen wiederum über noch höhere Preise an die Konsumenten weitergeben. Aus diesem angeblichen Zusammenhang wird dann schnell der Appell, dass sich Gewerkschaften und Beschäftigte mit ihren Lohnforderungen zurückhalten mögen, damit das Leben nicht für alle noch teurer werde.

Doch wird bei dieser Argumentation verschwiegen, dass die überwiegende Mehrheit auf Arbeitseinkommen angewiesen ist und infolge von Inflation erst mal einen Kaufkraftverlust hinnehmen muss. Insofern ist eine falsche Lohnzurückhaltung auch nicht angebracht. Denn wer vor einer Lohn-Preis-Spirale warnt, will vor allem eins: die Kosten der Inflation auf die Angestellten abwälzen.

Stattdessen könnte man ja von den Unternehmen fordern, die Preise nicht anzuheben. Das wäre in der Tat mal etwas revolutionär Neues.

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