Lethargie kommt teuer zu stehen

Schnelles Umsteuern auch beim Bauen ist nötig

  • Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Flächendeckend wird in Brandenburg vor hoher Waldbrandgefahr gewarnt, im Landkreis Elbe-Elster wurde ganz im Süden bereits die höchste Waldbrandstufe ausgerufen. Dass mitten in Mitteleuropa, einer gemäßigten Klimazone also, bereits im Frühjahr die Wälder teilweise auch schon gebrannt haben, gehörte bisher nicht zur Normalität, auch wenn wir das in den letzten Jahren bereits hatten. Und doch werden wir uns daran gewöhnen müssen. Denn die Entscheidung, es mit der Klimakrise so weit kommen zu lassen, wurde bereits vor Jahrzehnten getroffen. Durch Nichtstun.

Bereits in den 90er Jahren war in den Schulbüchern vom Treibhauseffekt zu lesen. Dass es nicht einfach nur ein bisschen wärmer dadurch wird, war auch klar. Die Konsequenzen kommen allerdings früher und heftiger auch hierzulande an, als von vielen erwartet worden war. Und trotzdem wird in vielen Bereichen weitergemacht, fast als wäre nichts.

Da wird mitten im Wassermangelgebiet eine neue E-Auto-Fabrik angesiedelt und die Regierende Bürgermeisterin Berlins will bauen als gäbe es kein Morgen. Bisher grüne Innenhöfe sollen mit Nachverdichtungen gnadenlos zugeknallt werden. Das verschärft zusätzlich die Probleme, vor die die Klimakrise Berlin stellt. Noch mehr Bodenversiegelung verschärft die Folgen von Starkregen. In der Folge fließt noch mehr Wasser der nur durchschnittlich wohl gleichbleibenden Niederschläge ab und der Wassermangel verschärft sich. Gleichzeitig heizt sich die Stadt weiter auf. Mit ein paar kosmetischen Gründächern wird sich das nicht verhindern lassen. Aufstockungen und Umnutzungen werden als komplizierter Kleinkram abgetan, der wenig hilft.

Die Klimademonstrant*innen haben recht: Ohne radikales und schnelles Umsteuern wird die Klimakrise nicht nur irgendwo auf der Welt, sondern auch hier drastische Konsequenzen haben. Und Bäume gießende Bürger*innen werden das nicht aufhalten können.

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