Ignorierter Klimaschutz

Der Umgang mit dem neuen Bericht des Wetklimarates gibt wenig Anlass für Optimismus

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.
Überflutete Rasenfläche im australischen Bundesstaat Queensland
Überflutete Rasenfläche im australischen Bundesstaat Queensland

Die Staaten tun sich reichlich schwer mit den neuesten Ausführungen des Weltklimarates IPCC, wie die Verzögerung der Fertigstellung deutlich macht. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Bewertung der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen hat es in sich. Noch deutlicher als bisher führt die geballte Wissenschaft der Politik deren Unzulänglichkeiten vor Augen. Die Welt steuert auf eine immer stärkere Erderwärmung mit den bekannt katastrophalen Folgen zu, doch die weltweiten Treibhausgasemissionen steigen und steigen. Da der IPCC diesmal besonders auf die absehbar schlimmen sozialen Folgen des mauen Handelns hinweist, kann man im doppelten Sinn von einem Armutszeugnis sprechen.

Dass die Staaten die Schlussfolgerungen im IPCC-Bericht abzuschwächen versuchten, könnte man so interpretieren: Sie wollen die Botschaft lieber nicht hören. Und wenn man sich die Energiedebatten im Gefolge des Ukraine-Kriegs und des extremen Preisanstiegs anschaut, so gibt dies ebenfalls Grund zu Pessimismus. Klimaschutz kommt bestenfalls noch am Rande vor, obwohl er gerade im Energiebereich den Lösungsweg aufzeigen würde. Die Bundesregierung will längere Laufzeiten von Kohlekraftwerken nicht ausschließen, beim Ausbau der Erneuerbaren macht sie sich mehr Gedanken über Artenschutz als über ein deutlich erhöhtes Tempo.

Der Umgang der Regierungen mit dem neuen IPCC-Bericht ist umso erstaunlicher, als dieser einige dubiose Schlupflöcher lässt wie zum Beispiel Geoengineering und die CO2-Einlagerung im Boden. Diese sind keine ausgereiften oder sicheren Technologien, auf die man bei der Senkung der Treibhausgasemissionen vertrauen könnte. Die Aufgabe, der sich die Staaten noch immer nicht stellen wollen, ist also sogar noch größer, als es im IPCC-Bericht zu lesen ist.

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