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Keine Zeit für Lohnzurückhaltung

Warum die Wirtschaftskrise infolge des Kriegs in der Ukraine anders als andere Krisen ist

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.
Letztlich können höhere Lebenshaltungskosten nur über höhere Löhne kompensiert werden.
Letztlich können höhere Lebenshaltungskosten nur über höhere Löhne kompensiert werden.

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Der Ukraine-Krieg wird sich auch auf die Konjunktur hierzulande auswirken. So senkten fünf führende Wirtschaftsinstitute jetzt ihre Prognose massiv und warnten vor einer »scharfen« Rezession im Falle eines Lieferstopps für Erdgas aus Russland. Dennoch ist die Krise nur bedingt vergleichbar mit früheren Rezessionen.

Die Wirtschaftskrise wird sicherlich nicht zur Lohnzurückhaltung bei den Beschäftigten führen. Das ist auch gut so, weil die Menschen die gestiegenen Lebenshaltungskosten kompensieren müssen. Insofern haben auch Stimmen recht, die sagen, dass der Staat nicht überall einspringen kann. Höhere Inflationsraten müssen letztlich über höhere Löhne aufgefangen werden. Da ist das Kapital gefragt.

Es spricht aber noch ein anderer Grund gegen Lohnzurückhaltung: Die Krise wird vermutlich kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. In ihrem optimistischen Szenario gehen die Institute sogar davon aus, dass die Arbeitslosenrate dieses Jahr sinken wird. Lediglich im pessimistischen Szenario – falls es zum Gaslieferstopp kommen würde – dürfte sie leicht steigen. Die Chefs werden ihre Angestellten also nicht mit der Angst vor Arbeitslosigkeit erpressen können. Auch das ist gut so.

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