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Jets und Kanonen für die Ukraine

Westliche Verbündete verstärken Militärhilfe für Kiew. Russische Offensive in der Donbass-Region hält an

  • Peter Steiniger
  • Lesedauer: 4 Min.

Die ukrainische Luftwaffe ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums in den vergangenen Tagen für den Kampf gegen die russischen Streitkräfte mit zusätzlichen Flugzeugen und Flugzeugteilen beliefert worden. Pentagon-Sprecher John Kirby machte in Washington keine Angaben zu Herkunft oder Bauart der Kampfjets. Die Nato war von der Ukraine zur Lieferung von Kampfflugzeugen aufgefordert worden. Bei den Maschinen könnte es sich um Abfangjäger und Mehrzweck-Kampfbomber des sowjetischen Typs MiG-29 handeln, an dem ukrainische Piloten ausgebildet sind. Mehrere osteuropäische Staaten verfügen über solche Jets. Der Sprecher des ukrainischen Präsidialamtes Alexey Arestovich sagte am Mittwoch in Kiew, dass die Flotte der Luftstreitkräfte »leicht gewachsen« sei. Zuvor hatten diese auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal dementiert, von ihren Partnern neue Flugzeuge erhalten zu haben. Mithilfe der US-Regierung seien ihnen Ersatzteile und Komponenten für Reparaturen geliefert worden, wodurch mehr Maschinen in Dienst gestellt werden konnten.

Mit schweren Artilleriewaffen will Kanada die Verteidigung der Ukraine gegen Russlands Truppen stärken, wie Premierminister Justin Trudeau am Dienstag in New Brunswick mitteilte. Auch das Nato-Land Norwegen beliefert die Ukraine. Hundert Flugabwehrraketen französischer Bauart seien bereits dort angekommen, wie die Regierung in Oslo teilte am Mittwoch mitteilte. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden die Mistral-Raketen bisher auf Schiffen der norwegischen Marine mitgeführt. Die Mistral werde in der norwegischen Armee außer Dienst gestellt, »aber sie bleibt eine moderne und effektive Waffe, die der Ukraine von großem Nutzen sein wird«, sagte der norwegische Verteidigungsminister Björn Arild Gram. Seit Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar hat Norwegen der Ukraine bereits rund 4000 Panzerabwehrwaffen des Typs M72 und andere Militärausrüstung zur Verfügung gestellt.

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Während es um die Friedensverhandlungen still geworden ist, verstärkt auch Russland seine Kriegsanstrengungen. Im Osten der Ukraine und in den Grenzgebieten wurden massiv Truppen zusammengezogen. Die Angreifer scheinen unmittelbar davor zu sein, die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol komplett unter ihre Kontrolle zu bringen. Die letzten Verteidiger haben sich in einem Stahlwerk verschanzt. In einem verzweifelten Appell wandte sich am Mittwoch Serhij Wolyna, Kommandeur der ukrainischen 36. Marineinfanteriebrigade, an die Weltgemeinschaft und bat um die Evakuierung von verwundeten Soldaten und Hunderten von in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten in einen Drittstaat.

Die russische 64. motorisierte Infanteriebrigade, die im Verdacht steht, in dem Kiewer Vorort Butscha zahlreiche Kriegsverbrechen an Zivilisten begangen zu haben, wurde inzwischen mit dem Ehrentitel einer »Garde« ausgezeichnet. Ein entsprechendes Dekret hatte Russlands Präsident Wladimir Putin bereits am Montag unterzeichnet. Begründet wird die Auszeichnung mit »Heldentum und Tapferkeit, Entschlossenheit und Mut«.

Zu Monatsanfang hatten die russischen Truppen die Belagerung der ukrainischen Hauptstadt nach hohen Verlusten abbrechen müssen. Nach ihrem Rückzug waren Hunderte Opfer von Verbrechen der Angreifer entdeckt worden. Als deren Urheber kommen neben der Infanteriebrigade auch die für ihre Brutalität berüchtigten Einheiten des Tschetschenenführers Ramsan Kadyrow und die russische Söldner-Firma Wagner infrage.

Von den westlichen Staaten wird bei der militärischen Unterstützung für Kiew weit vorausgedacht. Am Mittwoch traf sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock mit ihrem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics in der Hauptstadt Riga. Aktuell müssten die Nato-Verbündeten die Ukraine in den nächsten Tagen und Wochen unterstützen, sagte die Grünen-Politikerin. Es gehe aber nicht nur um den akuten Bedarf. »Es geht auch um die nächsten drei Monate und auch um die nächsten drei Jahre. Und hier wird Deutschland mehr beitragen können

Deutschland habe der Ukraine zur Beschaffung auch komplexerer Waffensysteme eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt und könne dazu die Ausbildung bereitstellen. Eine Lieferung gepanzerter Fahrzeuge sei für die Bundesrepublik »kein Tabu, auch wenn es in der deutschen Debatte manchmal so klingt«, betonte Baerbock. Mit den Nato- und G7-Partnern sei dazu ein »Ringtausch« vereinbart worden, sagte die Politikerin. Partner, die schnell Waffen sowjetischer Bauart liefern könnten, erhielten von Deutschland dafür Ersatz. mit Agenturen

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