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Gregor Gysi: »Spiegel«-Kampagne gegen die Linke

Ex-Parteichef wirft dem Magagzin vor, die »innere Zerfleischung der Partei« forcieren zu wollen

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der frühere Linksfraktionschef Gregor Gysi hat nach Veröffentlichungen des »Spiegel« über mutmaßliche sexuelle Übergriffe in der Linkspartei schwere Vorwürfe gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin erhoben. Gysi schreibt in einem nd-Gastbeitrag kritisch über seine Partei: »Weder wird der Bedeutungsverlust noch die Existenznot der Partei zur Kenntnis genommen, es findet auch keine Konzentration auf das Wesentliche statt. Das ist Selbstaufgabe in Höchstform.« Der »Spiegel« habe all das mitbekommen und sei »der Auffassung, dass unsere Partei nicht mehr benötigt wird«.

Gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Johannes Eisenberg habe er sich, so Gysi, mit den Vorgängen um sexuelle Übergriffe beschäftigt. Der Linke-Chefin Janine Wissler, die nach den Veröffentlichungen des »Spiegel« in die Kritik geraten ist, könne man keinen Vorwurf machen. »Nicht sie hat betrogen, sie wurde betrogen«, so Gysi. »Selbstverständlich dürfen wir Sexismus - in welcher Form auch immer - in unserer Partei nicht zulassen«, stellte der Linke-Politiker klar. Dem »Spiegel« gehe es aber nicht darum, sondern er wolle »eine innere Zerfleischung der Partei fortsetzen. Und es scheint ja auch zu funktionieren.«

Um ihr Tief zu überwinden, fordert Gysi seine Partei zur »Wiedergewinnung der kulturellen und seelischen Ostidentität« auf. Zudem sei eine Konzentration auf die Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Guten Arbeit, eine Verankerung der sozialen Verantwortung bei der ökologischen Nachhaltigkeit und eine realistische Friedens- und Außenpolitik notwendig. »Der völkerrechtswidrige Krieg Russlands gegen die Ukraine hat uns mehr als durcheinandergeschüttelt, nicht bestätigt. Wir müssen das zur Kenntnis nehmen und dürfen nicht versuchen, alte Einstellungen unter Umschiffung dieser Tatsache irgendwie hinüberzuretten«, erklärte Gysi. nd

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