Wachstum ist nicht das Problem

Die EU-Kommission warnt in ihrer Frühjahrsprognose vor einer horrenden Inflation der Eurozone

Nicht nur in Deutschland, auch in Spanien zum Beispiel, steigen die Spritpreise.
Nicht nur in Deutschland, auch in Spanien zum Beispiel, steigen die Spritpreise.

Nun senkt auch die EU-Kommission angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine in ihrer Frühjahrsprognose den Daumen. Statt um 4 wird die Wirtschaft der Eurozone demzufolge dieses Jahr nur um 2,7 Prozent wachsen. Doch Wachstum ist derzeit nicht das Problem.

Anders als in der Eurokrise leidet derzeit kein Land an einer Rezession, auch die Arbeitslosigkeit wird laut der Prognose in den meisten Euro-Staaten nicht ansteigen. Doch das eigentliche Problem ist bereits spürbar – auch hierzulande. Es heißt: Inflation. Dieses Jahr wird sie in der Währungsunion horrende 6,1 Prozent betragen. Keine Frage also, dass da gegengesteuert werden muss. Doch dafür braucht es finanzielle Mittel. Und insofern ist es nicht unbedingt nur hilfreich, wenn die Europäische Zentralbank zur Inflationsbekämpfung die Zinsen erhöht. Denn dadurch wird es für die Länder teurer, sich zu verschulden.

Die Gefahr besteht also, dass die Eurozone – wie in der Eurokrise – zweigeteilt sein wird: in jene, die es sich leisten können, soziale Härten abzufedern, und jene, die es nicht können.

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