Rettet die Heirat!

International gesehen sind Deutsche optisch nicht mal mehr gehobenes Mittelmaß, meint Andreas Koristka. So wird das nichts mit dem Hochzeitsboom

  • Von Andreas Koristka
  • Lesedauer: 3 Min.
Hochzeitsboom: Rettet die Heirat!

Es sollte einer der ganz großen Höhepunkte im Leben eines jeden Menschen sein: Wenn die Liebe im eigenen Herzen so groß geworden ist, dass man den Staat mit in die Beziehung holen möchte, dann ist es normalerweise Zeit zu heiraten. In der Folge hat man es endlich schwarz auf weiß, dass man den Rest des Lebens mit den Fingernägeln des Ehepartners verbringen möchte, die man in regelmäßigen Abständen aus dem Sieb des Waschbeckens fischt. Und man hat es urkundlich verbrieft, dass man niemand anderen auf dem gesamten Planeten lieber auf die kleinen Aufkleber aufmerksam machen möchte, die man ab und an von den Bananenschalen aus dem Biomüll pulen muss. (Gerade die eigene Frau oder den eigenen Mann sollte man für das Thema Mikroplastik und seine Vermeidung frühestmöglich sensibilisieren!)

Leider hat Corona die Kälte in unsere Herzen gebracht. Kein Wunder, denn der Merkel-Maulkorb erschwerte jeden Zungenkuss enorm. Noch nie haben in der Bundesrepublik so wenige Menschen geheiratet wie im Jahr 2021. Das muss sich natürlich ändern. Unser Land muss wieder ein gutes Stück hochzeitsfreudiger werden. Da müssen wir alle gemeinsam gegensteuern. Gerhard Schröder allein wird es jedenfalls nicht richten können.

Aber wie können Hochzeiten wieder populärer gemacht werden? Dafür muss sich vor allem auf der Angebotsseite etwas ändern. Potenzielle Partner müssen wieder attraktiver werden. Wenn man heutzutage durch die Straßen läuft, dann sieht man leider viel »Kroppzeug« und wenig heiratbares Material. Das Aufkommen romantischer Gefühle wird in nicht unerheblichen Ausmaß erschwert, wenn – wie man leider immer öfter sehen muss – ein Bierbauch unter dem T-Shirt hervorquillt, der so käsig glänzt, dass man sicher sein kann, dass er die letzten drei Tage nicht gewaschen wurde. Kreisrunder Haarausfall, unreine Haut und zu lange Nasenhaare – das Bild ist oft erschreckend und passt nicht zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Industrienation wie Deutschland. Im internationalem Vergleich sind Deutsche optisch nicht mal mehr gehobenes Mittelmaß!

Viel zu lange wurde das Problem ignoriert. Jetzt muss die Politik endlich handeln. Vor allem aber sollte sie mit gutem Beispiel vorangehen. Was sich da in den ersten Reihen in Parlament und Regierung lümmelt, ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, um es vorsichtig auszudrücken. Wann hatten Sie, liebe Leserin und lieber Leser, das letzte Mal einen erotischen Tagtraum, in dem Olaf Scholz die Hauptrolle spielte? Schlimm genug, dass bei einigen solche Erlebnisse wohl bereits mehrere Jahre zurück liegen dürften …

Wir haben uns gehen lassen. Sollte sich der Trend fortsetzen, dann wird es ab 2035 keine attraktiven Menschen mehr in unserem Land geben, das standesamtliche Geschehen könnte also vollständig zum Erliegen kommen. Für die jetzt beginnende Sommersaison brauchen wir deshalb ein paar Sofortmaßnahmen. Flipflops sollten nur von jenen Personen getragen werden dürfen, die einen Pediküren-Nachweis vorweisen können, der nicht älter als zwei Monate sein darf. Schnurrbärte sollten unverzüglich unter Strafe gestellt werden und beißender Schweißgeruch unter den Achseln wird künftig genauso strafrechtlich verfolgt wie das Tragen des selben Schlüpfers über mehrere Tage.

Diese Sofortmaßnahmen wären nicht nur etwas für Unverheiratete. Auch meine Frau würde sich sehr darüber freuen. Aber das wichtigste wäre, dass man so wahrscheinlich schon wieder im Herbst öfter das Hochzeitsglockengeläut und die Stimmen der Steuerberater, die das Ehegattensplitting erklären, hören würde. Es wäre zu schön, denn die Ehe ist eine wunderbare Sache. Ich könnte hier an dieser Stelle noch stundenlang erklären, warum das so ist, aber ich muss noch ein paar Bananenaufkleber aus dem Biomüll fischen.

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