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Pragmatismus und Humanität

Die Afghan*innen benötigen umgehend großzügige humanitäre Hilfe

  • Von Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 2 Min.
Ein Mädchen und zwei Männer stehen neben den Leichen von Menschen, die bei einem Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion getötet wurden. Regen hat die Rettungsarbeiten erschwert, wohl über 1000 Menschen wurden getötet.
Ein Mädchen und zwei Männer stehen neben den Leichen von Menschen, die bei einem Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion getötet wurden. Regen hat die Rettungsarbeiten erschwert, wohl über 1000 Menschen wurden getötet.

Afghanistan rutscht immer tiefer in einen bodenlosen Abgrund des Elends. Das Erdbeben in der südöstlichen Provinz Paktika ist die Spitze eines Eisbergs aus beißendem Hunger und absoluter Armut, die Menschen vor die Wahl stellt, entweder eine Niere oder die eigenen Kinder zu verkaufen. Die Welt zeigt sich betroffen, schiebt aber reflexartig hinterher, dass man die Taliban nicht legitimieren dürfe durch Zusammenarbeit. Nur passt diese Benimmregel schlecht zur humanitären Notlage: Millionen Afghan*innen benötigen umgehend Hilfe in einer Dimension, die ohne Zusammenarbeit mit den De-facto-Machthabern kaum zu realisieren ist.

Daraus folgt nicht automatisch die diplomatische Anerkennung der Taliban. Aber die Afghan*innen ihrem Schicksal zu überlassen, wäre zynisch. Die Bremsen in der Hilfsmaschinerie müssen gelöst, blockierte Gelder freigegeben werden. Mit den Taliban sollte ausgehandelt werden, dass Hilfsorganisationen ungehindert arbeiten können. Dass diese daraus politisches Kapital schlagen können, wird man akzeptieren müssen – aus Pragmatismus und Humanität.

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