US-Drohnenangriff tötet Al-Kaida-Chef

Biden verkündet Schlag gegen Terrororganisation. Präsident droht Feinden mit Vernichtung

In einer Fernsehansprache in der Nacht zu Dienstag verkündete US-Präsident Joe Biden die Tötung von Aiman al-Sawahiri, dem Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida. Bereits am Wochenende soll der seit etwa 20 Jahren untergetauchte spätere Nachfolger von Osama bin Laden bei einem Drohnenangriff nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen sein.

»Es wurde Gerechtigkeit geübt und dieser Terroristenanführer lebt nicht mehr«, sagte US-Präsident Joe Biden bei einer Fernsehansprache. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters wurde der 71-jährige Al-Sawahiri am frühen Sonntagmorgen auf dem Balkon eines Hauses durch zwei von einer Drohne abgefeuerte Raketen vom Typ Hellfire getötet. Biden habe den von ihn so genannten Präzisionsschlag gegen den Al-Kaida-Anführer vor einer Woche genehmigt. Er bewertete die Mission auch deshalb als Erfolg, weil nach US-Angaben keiner der Verwandten von al-Sawahiri oder andere Zivilist*innen verletzt worden seien.

Biden sagte, der erfolgreiche Einsatz sei ein klares Signal an jeden Feind der USA: »Egal, wie lange es dauert, egal, wo du dich versteckst: Wenn du eine Bedrohung für unsere Bevölkerung bist, werden die USA dich finden und ausschalten.« Zugleich hoffe er, dass al-Sawahiris Tötung den Angehörigen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 helfen werde, Frieden zu finden.

Die Entdeckung Al-Sawahiris in Kabul deute auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den Taliban und Al-Kaida hin. Die Taliban gewährten Al-Kaida vor dem 11. September 2001 Unterschlupf, und es ist unmöglich zu glauben, dass Taliban-Beamte nicht wussten, dass Al-Sawahiri in ihrer Mitte war, schreibt das »Wall Street Journal«. Der Schlag solle eine Warnung an die Taliban sein, dass die Unterstützung von Al-Kaida eine schlechte Überlebensstrategie ist. Wenn in Afghanistan ansässige Terroristen Pläne schmieden und US-Amerikaner töten, sollten die Taliban begreifen, dass auch ihre Anführer zur Zielscheibe werden, heißt es in der Zeitung weiter. Das afghanische Innenministerium hatte am Wochenende noch Gerüchte über einen Drohnenangriff in der Hauptstadt Kabul zurückgewiesen. In der Nacht auf Dienstag schrieb Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid dann im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei ein »Luftangriff« auf ein Haus im Kabuler Stadtteil Scherpur ausgeführt worden.

Der Angriff erfolgte fast ein Jahr, nachdem die USA bei ihrem Rückzug, der als chaotisch bewertet wird, die Macht in Afghanistan an die Taliban verloren haben. Al-Sawahiri hatte die Führung von Al-Kaida nach dem Tod von Osama bin Laden übernommen, den US-Spezialeinheiten 2011 in Pakistan getötet hatten. Der in Ägypten geborene Al-Sawahiri galt als eine zentrale Figur hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA mit rund 3000 Toten. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Agenturen/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal