Alimente helfen nicht

Ein Grundgehalt für Fußballerinnen löst nicht die Probleme der Bundesliga

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 1 Min.
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l.) fordert ein Grundgehalt, Laura Freigang fragt: "Woher soll das Geld kommen?"
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l.) fordert ein Grundgehalt, Laura Freigang fragt: "Woher soll das Geld kommen?"

Welch Begeisterung! 18 Millionen Menschen in Deutschland haben beim EM-Finale der Fußballerinnen vor den Bildschirmen gesessen. Am Montag wurden die Spielerinnen von Tausenden in Frankfurt gefeiert. Die Bundesliga der Frauen aber schafft es seit Jahren nicht, im Schnitt mehr als 1000 Zuschauer in die Stadien zu locken. Ein Mittel, um den EM-Schwung mitzunehmen, sieht Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg darin, »ein Grundgehalt in der Bundesliga« einzuführen. Ein falscher Ansatz – und eine Forderung an die falschen Adressaten.

Die Bundesliga-Klubs investieren viel, um professionellere Bedingungen zu schaffen: 30 Millionen Euro pro Saison – doppelt so viel, wie sie einnehmen. »Wo soll das Geld herkommen?«, fragt Nationalspielerin Laura Freigang zurecht. Der DFB ist gefragt. Nicht mit einer Bezuschussung der Gehälter, Alimente helfen nicht. Er muss für eine nachhaltige Entwicklung seiner Liga die Frauen in Sachen Vermarktung und Spielplangestaltung vom Ende der Nahrungskette holen. Leicht wird der Kampf um Sponsoring und Übertragungsrechte nicht. Ist der Wille da? Für den EM-Titel hätte der DFB den Frauen jedenfalls nicht mal ein Sechstel der Prämie der Männer bezahlt.

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