Özdemirs Ödnis

Die Pläne des Agrarministers für mehr Getreideanbau führen in die falsche Richtung

Herstellung von Strohballen auf einem abgeernteten Getreidefeld
Herstellung von Strohballen auf einem abgeernteten Getreidefeld

Landwirte in Deutschland sind verpflichtet, ab 2023 vier Prozent ihrer Ackerfläche für den Artenschutz brachliegen zu lassen. Oder besser gesagt: Sie waren bisher dazu verpflichtet, denn Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) möchte die entsprechende EU-Verordnung zumindest im ersten Jahr aussetzen, um mehr Getreideanbau zu ermöglichen. Ein Erfolg der Lobby um den Deutschen Bauernverband, der lange dafür getrommelt hatte.

Das öde Vorgehen erinnert an die Pläne im Energiebereich, wo im Gefolge des Ukraine-Krieges Klima- und Umweltschutz bereits auf der Strecke bleiben. Die Idee hier wie da ist, durch Mehrproduktion Knappheiten zu vermeiden, was auch preisdämpfend wirken soll. Özdemirs Vorhaben würde aber frühestens in einem Jahr greifen, obwohl die Verwerfungen auf den Agrarmärkten jetzt da sind, und es geht um geringe Zusatzmengen. Wie im Energiesektor wäre auch in der Landwirtschaft der richtige Weg, unnötigen Verbrauch in ganz großen Mengen einzusparen und Lebensmittel nicht mehr zur Biospritproduktion zu verwenden. Das wäre gut für die Preise und für die Umwelt.

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