Kaum zu ertragen

Daniel Säwert über Massengräber und Folterkeller in der Ostukraine

Die Toten von Isjum sind Opfer des russischen Krieges, vielleicht aber nicht der russischen Folter.
Die Toten von Isjum sind Opfer des russischen Krieges, vielleicht aber nicht der russischen Folter.

Ein Wald voller Gräber mit hunderten Toten. Mal wieder, muss man sagen. Und es soll nicht der einzige frische Friedhof im Umkreis von Isjum sein. Dazu noch ein Dutzend Foltergefängnisse und Menschen, die dort wahllos inhaftiert waren. Was in der Ostukraine gerade ans Licht kommt, ist kaum zu ertragen. Selbst nach über einem halben Jahr Krieg.

Das offizielle Moskau bemüht sich gar nicht mal, die Toten und Gefolterten abzustreiten. Es schweigt einfach. Einzig der Chef der populistischen LDPR, Leonid Sluzkij, singt das immer gleiche Lied von der Inszenierung durch die Ukraine und den Westen. Doch kaum ein Medium in Russland spielt diese Platte noch ab. In der Ukraine sind Entsetzen und Empörung groß. Auch hier muss man sagen: wieder einmal. Angesichts der Anzeichen, dass nicht alle der beinahe 500 Toten von Isjum gefoltert und hingerichtet wurden, möchte man Wolodymyr Selenskyj bitten, mit den Nazi-Vergleichen aufzuhören und die Expert*innen ihre Arbeit machen zu lassen. Doch dann muss man angesichts dieses verbrecherischen Krieges einfach nur schreien.

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