Habecks Absturz

Das Gas-Krisenmanagement entwickelt sich zum politischen Desaster

Als Lichtgestalt kommt Minister Robert Habeck längst nicht mehr rüber.
Als Lichtgestalt kommt Minister Robert Habeck längst nicht mehr rüber.

Geht man nach Beliebtheitsskalen in Umfragen, lieben die Deutschen vor allem Politiker, die in schweren Zeiten die Ärmel hochkrempeln, Ad-hoc-Entscheidungen treffen und als Problemlöser auftreten. Bayerns Landesvater Markus Söder vermittelte in der Anfangsphase der Corona-Pandemie diesen Eindruck, ähnlich wie Wirtschaftsminister Robert Habeck es in den vergangenen Monaten mit Blick aufs Erdgas tat. Doch Krisenmanager müssen Krisen nun mal managen. Bei Söder wurde schnell klar, dass im Freistaat nicht weniger Fehler als anderswo gemacht wurden und Covid-19 dort genauso wütete. Und Habeck vermittelt zunehmend den Eindruck, dass seine Eingriffe die Sache eher schlimmer machen.

Die Beliebtheitswerte des Grünen-Politikers sind daher im freien Fall, und ausgerechnet seine parteiinterne Kontrahentin Annalena Baerbock hängt ihn ab. Das liegt vor allem daran, dass Habecks Lieblingserfindung, die Gasumlage, für viele Haushalte und Unternehmen unzumutbar ist. Mit der Uniper-Verstaatlichung wird das Krisenmanagement zum Desaster, und die Gasumlage ist obsolet, doch Habeck hält an ihr fest. Rechthaberei dürfte seinen Absturz aber nur noch beschleunigen.

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